Nordic Yards Wismar : Schiffbauer nehmen Kurs auf 2013

<fettakgl>Die Konverterstation  'HelWin alpha'</fettakgl> am Wismarer Standort von Nordic Yards - das  Umspannwerk auf See soll als Technikplattform künftig Windparkenergie vor Helgoland bis zu einer Leistung von 576 Megawatt bündeln,<foto> Hans-Joachim Zeigert</foto>
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Die Konverterstation "HelWin alpha" am Wismarer Standort von Nordic Yards - das Umspannwerk auf See soll als Technikplattform künftig Windparkenergie vor Helgoland bis zu einer Leistung von 576 Megawatt bündeln, Hans-Joachim Zeigert

Es war das Schiffssirenengeheul am Wismarer Standort von Nordic Yards, das "Action" signalisierte und das Zeremoniell des Ausdockens begleitete. Gemächlich verließ die Konverterplattform "HelWin alpha" die Dockhalle.

svz.de von
03. Januar 2013, 11:51 Uhr

Wismar | Es war das vielstimmige Schiffssirenengeheul am Wismarer Standort von Nordic Yards, das "Action" signalisierte und zugleich das Zeremoniell des Ausdockens begleitete. Gemächlich verließ die Konverterplattform "HelWin alpha" erstmals, aber nur für einen Moment die Dockhalle. Für die Werftfachleute war es einmal mehr ein bewegender Moment. Und dies ist wortwörtlich zu nehmen, auch wenn es sich nicht um ein wirkliches Seefahrzeug handelte.

Was da gemächlich an den Leinen der Schlepper bugsiert wurde, präsentierte technische Meisterleistung eines neuen Produktes zur modernen Windenergie-Nutzung und Umwandlung des gewonnenen Stromes. Der mehr als 10 000 Tonnen schwere und selbst schwimmende Riesenkasten besitzt einen Eigentiefgang von etwa drei Metern, ist 51 Meter breit, 72 Meter lang und 35 Meter hoch. Ein Umdocken war erforderlich, um mit einem Ponton die Plätze im Baudock zu tauschen, hieß es dazu aus der Werft.

Nach Fertigstellung wird die Energieplattform als "HelWin alpha" in der Nordsee bei Helgoland installiert. Das Umspannwerk auf See soll künftig Windparkenergie bis zu einer Leistung von 576 Megawatt bündeln, in Gleichstrom umwandeln und per Seekabel verlustfrei an das deutsche Festland weiterleiten. Nordic Yards fertigt derzeit drei solcher Plattformen, inklusive der tragenden Strukturen, den so genannten Baseframes, im Auftrag von Siemens Energy.

Deshalb nahmen zunächst Schlepper einen See-Ponton an den Hacken, um ihn einzudocken. Es ist die Bauplattform für die Tragkonstruktion der dritten und damit leistungsstärksten Station "SylWin alpha". Die schwimmende Station soll künftig 70 Kilometer westlich von Sylt bis zu 864 Magawatt Windenergiestrom weiterleiten.

Nachdem die Helwin-Plattform wieder eingeschwommen war, erhielt als drittes schwimmendes Objekt auch noch der bisher im Westhafen stationierte Ponton mit dem so genannten Cable Tower einen schützenden Dockhallenplatz. Damit ist das Baudock der riesigen Schiffbauhalle zum Jahresauftakt voll belegt.

Die ganze Aktion, einmal Ausdocken und dreimal Eindocken in kürzester Zeit, bewies einmal mehr das perfekte Zusammenspiel von Werft- und nautisch-maritimer Kompetenz. Inzwischen reifen bei den Konstrukteuren Pläne für ein Service-Schiff, speziell für die Wartung von Offshore Windanlagen unter dänischer Regie der Nordsee. Zwei weitere Bergungs- und Rettungsschiffe für arktische Regionen hat inzwischen noch das russische Transportministerium bei Nordic Yards bestellt.

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