Ärger in Rehna und Gadebusch : Scherben, Graffiti und blinde Zerstörungswut

Wenig kreativ sind die Spuren der Sprayer. Sie wurden in Klocksdorf bereits beseitigt. Fotos: volker bohlmann
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Wenig kreativ sind die Spuren der Sprayer. Sie wurden in Klocksdorf bereits beseitigt. Fotos: volker bohlmann

Kommunen kommt Vandalismus teuer zu stehen / Ämter wünschen Unterstützung durch Bevölkerung

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18. Juni 2016, 04:45 Uhr

Mit Graffiti besprühte Toilettentüren, Müll an der Steganlage in Rehna – zwischen Lützow und Rehna mangelt es nicht an Arbeit für die Mitarbeiter von Ordnungsämtern und Bauhöfen. Von Kavaliersdelikten kann da nicht immer die Rede sein, wie der Gadebuscher Bauhofschef Uwe Tews im Gespräch mit der SVZ sagt. In einem Fall könne man von Glück sprechen, das es nicht zu einer Explosion kam. „In einem Feuerkorb an der Museumsanlage wurde eine Gasflasche gelegt. Glücklicherweise erloschen die Flammen“, sagt Tews.

Vorfälle wie diese geben den Mitarbeitern in den Ämtern zu denken. Zumal einige Täter scheinbar keinerlei Hemmschwelle besitzen. Die jüngsten Aktionen: „Eingeworfene Scheiben am Schloss und der Aula, mit Aufklebern unkenntlich gemachte Beschilderungen“, sagt Tews. Sachschäden, die die öffentlichen Kassen belasten und den finanziellen Spielraum der Kommunen schmälern. Gemessen am Arbeitsaufwand schlagen die durch Vandalismus verursachten Schäden allein in Gadebusch schätzungsweise mit 2000 bis 5000 Euro jährlich zu Buche. Das bekommen Vereine und engagierte Bürger zu spüren, wenn für ihre Aktionen keinerlei Mittel zur Verfügung stehen.

Beispiel Klocksdorf: Die Initiative „Aktiv für Klocksdorf“ arbeitet seit Wochen an der Verschönerung der Strandanlage. Darin eingeschlossen eine Sanierung des Toilettenhauses inklusive Grundreinigung. Bereits wenige Tage nach der Installation neuer Abdeckelemente, wurden diese beschädigt. Darüber hinaus hinterließen Jugendliche bei einer Graffitiaktion beschmierte Türen im WC zurück. Eine Grevesmühlener Reinigungsfirma unterstützte nun die Klocksdorfer bei der Beseitigung der Schmierereien. „Die Grundreinigung ist erfolgt. Nun wollen wir das WC zweimal wöchentlich reinigen lassen“, so Rehnas Ordnungsamtsleiter Bernd Karnatz.

Eine Unterstützung, die dem Engagement der Klocksdorfer und deren Gästen Rechnung tragen soll. Die Klocksdorfer hoffen indes, dass die Badestelle nicht erneut das Angriffsziel von Randalierern wird.

Ein weiterer Brennpunkt bleibt die Steganlage in Rehna. Sie gilt als Treffpunkt zahlreicher Jugendlicher im Stadtgebiet. Trotz aufgestellter und unzerstörbarer Abfalleimer zieren Ansammlungen von Tetrapacks, Glasflaschen und weiterer Unrat den Heinrich-Sternberg-Park. Warum der Weg zum Abfalleimer zu erschwerlich scheint, können Karnatz und die Mitarbeiter des Amtshofes nur mutmaßen. Sie sagen: „Wenn wir Änderungen herbeiführen wollen, brauchen wir die Unterstützung der Bevölkerung und Anwohner. Es wäre hilfreich Vorfälle wie in Rehna und Klocksdorf zur Anzeige zu bringen.“ Erst dann könne die Polizei aktiv werden.

Vom Vandalismus bleibt auch der Amtsbereich Lützow-Lübstorf nicht verschont. Wie Ilona Blank gegenüber der SVZ sagt, wurde ein Wohnblock in Barner Stück mit Farbe beschmiert und mehrere Bushaltestelle wurden demoliert. In Einzelfällen wurden sogar die Glasscheiben demoliert und entwendet.  

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