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Gewässerschau in Rehna : Schautag am offenen Stromsgraben

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Landesgewässerschau : Projekte wie in Utecht und die Radegast als beispielgebend in Rehna vorgestellt

Bis zum Rand mit Wasser gefüllte Gräben, Hochwasser in den Flussläufen und ein aufgeweichter Boden: Wasser war nicht allein das Thema der 4. Landesgewässerschau zwischen Rehna, Utecht und Dassow. Mehr als 90 Teilnehmer aus 27 Wasser- und Bodenverbänden des Landes Mecklenburg-Vorpommern durften angesichts der hohen Niederschläge sich die Wirkungsweise renaturierter und funktionaler Wasserläufe direkt vor Augen führen. Zum Teil kein einfacher Weg. Im Bereich Dassow blieb der Bus im aufgeweichten Boden stecken. Schönbergs Feuerwehr kam zu Hilfe.

Der Stromsgraben zwischen Utecht und Campow ist das jüngste Projekt des Wasser- und Bodenverbandes Stepenitz-Maurine mit der Gemeinde Utecht. „Auf 700 Metern erfolgte eine Entrohrung und Renaturierung“, sagt Andrea Bruer. Die Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes führte als Gastgeberin der Landesschau durch den Nordwestkreis.

Der Stromsgraben gilt als ein bemerkenswertes Projekt, wie Ingenieur Heimo Wittenburg vor Ort unterstrich. Immerhin galt es den zu DDR-Zeiten im Grenzbereich auf fünf Meter Tiefe angelegten Graben zu öffnen. Heute entwässern hier rund 1,7 Quadratkilometer Ackerflächen, die sich im Eigentum des Zweckverbandes Schaalseelandschaft befinden.

Seit wenigen Monaten zieren wieder ein offener und Wasser führender Graben und Teiche die Landschaft bei Utecht. In den Kleingewässern werden Nährstoffe zurückgehalten, die Belastung angrenzender Seen verringert. Ein Novum, denn im Land M-V erfüllen längst nicht alle Gewässer diese Kriterien: „97 Prozent der Fließgewässer erfüllen diese nicht“, so Umweltminister Till Backhaus, der den Schautag begleitete.

Projekte, wie in Utecht würden mit Weitblick in Gang gebracht, unterstrich Backhaus. Eben das habe der Wasser- und Bodenverband Stepenitz-Maurine mit Erarbeitung eines Gewässer-, Entwicklungs- und Pflegeplanes erkannt. „Wir als Land reichen zur Realisierung solcher Vorhaben 60 Millionen Euro bei 90-prozentiger Förderung der einzelnen Projekte aus. Das ist enorm und lässt sich in Kombination mit der Flurneuordnung auf 100 Prozent ausbauen“, so Backhaus. Er ermutigte die anwesenden Vertreter der Verbände, derartige Projekte zu initiieren.

Ähnliches Vorankommen wünscht sich die Stadt Rehna mit der Radegast und dem Mühlenteich. Die sind zwar nicht verrohrt, aber eine insgesamt hohe Nährstoffbelastung und Sandeinträge führen zur Verschlammung des Flusses und folglich des Mühlenteiches. „Die Fördermittel liegen in Schwerin bereit. Wenn der Minister den Mühlenteich in Augenschein nimmt, besteht womöglich die Chance, am Oberlauf der Radegast und zeitgleich in Rehna mit der Mühlenteichentschlammung zu starten“, so Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg.

Andrea Bruer vom Wasser- und Bodenverband Stepenitz-Maurine verwies gestern auf das Gesamtprojekt Radegast von beispielgebender Bedeutung. Sie hält es für wünschenswert und möglich, zwischen Gadebusch und Rehna den Entwicklungs- und Pflegeplan für die Radegast innerhalb von vier Jahren in Gänze umzusetzen. Weiterführende Projekte der Stadt Rehna könnten so mit einbezogen werden.

Wege dorthin zeigte Dietmar Mehl vom Institut „biota“ auf. Sein Plan sieht u.a. die Schaffung von Überschwemmungsflächen bei Hochwasser und die Reduzierung von Sandeinträgen von Ackerflächen aus dem zehn Quadratmeter großen Einzugsgebiet der Radegast vor. Dies schließt eine natürliche Bepflanzung ein.

 

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