zur Navigation springen

Max-Samuel-Haus Rostock : Schau zur jüdischen Gemeinde vorbereitet

vom

Die Mitarbeiter des Max-Samuel-Hauses stecken derzeit in den letzten Vorbereitungen für die Ausstellung "Die Synagoge und ihre Rabbiner. Rostock 1902 bis 1938". Am 12. September soll die Ausstellung eröffnet werden.

svz.de von
erstellt am 06.Sep.2013 | 04:36 Uhr

rostock | Am Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Rostock eine selbstbewusste jüdische Gemeinde. Viele ihrer Mitglieder waren Kaufleute, die es zu einigem Wohlstand gebracht hatten. Sie lebten in der Hansestadt als Mitglieder der bürgerlichen Schicht. Die nächste Generation wuchs heran. Etwa ein Drittel der Mitglieder der jüdischen Gemeinde waren unter 18 Jahre alt. Dies war die Zeit, als der Bau einer Synagoge beschlossen wurde. Sie sollte die größte Mecklenburgs werden. Am 14. September 1902 wurde sie eingeweiht.

Die Mitarbeiter des Max-Samuel-Hauses stecken derzeit in den letzten Vorbereitungen für die Ausstellung "Die Synagoge und ihre Rabbiner. Rostock 1902 bis 1938". Am 12. September um 18 Uhr soll die Ausstellung eröffnet werden und bis zum 27. Januar zu sehen sein. Das Herzstück der Schau ist das maßstabsgetreue Modell der Rostocker Synagoge, das Wolfgang Böhler in mühevoller Kleinarbeit anhand von Plänen aus dem Stadtarchiv und den wenigen Fotos der Synagoge erstellt hat.

Die Ausstellung gliedert sich grob in drei Teile, wie der wissenschaftliche Projektleiter des Max-Samuel-Hauses, Frank Schröder, erklärt. Einen Schwerpunkt bilden die Synagoge, ihr Bau und ihre Zerstörung durch das Nazi-Pogrom am 9. November 1938 sowie die spätere Bombardierung Rostocks im Zweiten Weltkrieg. Darüber hinaus rückt die Ausstellung bedeutende Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinde Rostocks in den Fokus. So werden die beiden Landesrabbiner Fabian Feilchenfeld und Siegfried Silberstein sowie der Kultusbeamte Bernhard Sawitz und der Architekt der Rostocker Synagoge, Ludwig Levy, betrachtet. Vor allem die Verdienste des Rabbi Silberstein für die Rostocker Gemeinde unterstreicht Schröder: "Er schaffte den Spagat zwischen den neu eingewanderten orthodoxen und den alteingesessenen, schon sehr assimilierten Juden." Ihm sei es zu verdanken, dass die Rostocker Gemeinde an diesem Gegensatz nicht auseinanderbrach, wie es in Güstrow oder Schwerin geschah. Silbersteins Grabstein ist noch heute auf dem jüdischen Friedhof im Lindenpark zu finden.

Ein dritter Schwerpunkt, der vor allem für Schüler interessant sein dürfte, beschäftigt sich mit dem jüdischen Leben rund um die Synagoge. Feste und Bräuche werden vorgestellt, religiöse Begriffe wie Thora oder Bima erklärt. Eine Publikation zur Ausstellung wird derzeit erarbeitet und soll am 9. November präsentiert werden. Rundgänge werden angeboten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen