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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. Oktober 2017 | 16:29 Uhr

Fernseh-Juwel : Sandmännchen in Gadebusch

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ab Sonntag ist in der Museumsanlage eine Sandmännchen-Ausstellung zu sehen

svz.de von
erstellt am 05.Jun.2014 | 00:00 Uhr

Das Sandmännchen macht Halt in Gadebusch. Ein Stück DDR-Kultur ist ab Sonntag, 8. Juni in der Museumsanlage Gadebusch zu sehen. Die Sandmann-Spielzeug-Ausstellung zeigt über 50 Jahre die Entwicklung der beliebten Fernsehfigur. „Ich bin froh, dass es mit der Ausstellung geklappt hat und hoffe auf große Resonanz, nicht nur der Kinder“, sagt Kornelia Neuhaus-Kühne, Leiterin der Museumsanlage.

Gut 250 verschiedene Sandmann-Puppen und -Objekte werden ausgestellt. Die Auswahl reicht von einfachen Puppen über Keramik-Figuren bis hin zu Sandmännchen, die sich mechanisch bewegen können. „Damit kann einiges über die Kulturgeschichte der DDR erzählt werden“, so Heidrun Wilkening. Die Film- und Fernsehwissenschaftlerin hat die Ausstellung konzipiert. Diese basiert hauptsächlich auf einer Sammlung von Gerhard Wilski, die Wilkening durch Zukäufe ergänzt hat. „Die Animatorin Marianne Serowski stellt auch ein echtes Fernseh-Sandmännchen zur Verfügung“, so Wilkening.

Die Figur des Sandmännchens sei meistens eine positive Erinnerung an die Kindheit, sagt Wilkening. Teilweise sei jedoch die Didaktik des erhobenen Zeigefingers kritisch gesehen worden. Außerdem spiegele sich in den Geschichten die Entwicklung der DDR wider. „Es war ein Teil der Gesellschaft“, erklärt Wilkening.

Bereits sehr früh habe die Vermarktung des Sandmännchens angefangen, erzählt Wilkening. „Schon Anfang der sechziger Jahre wurde die erste Lizenz für Puppen vergeben.“ Dabei sehe man diesen die Mischung aus Handarbeit und industrieller Fertigung an. „Nicht eine sieht so aus, wie die andere“, erklärt Wilkening. Dies habe auch mit der Resteverwertung in der DDR-Zeit, beispielsweise für die Kleidung oder die Accessoires zu tun. Zudem habe sich die Figur auch in den ersten Monaten sichtlich weiterentwickelt. „Am Anfang hat sie selbst fast geschlafen, ist dann aber immer wacher geworden“, so Wilkening.

Doch nicht nur in der DDR wurde das Sandmännchen vermarktet. „In Schweden gab es richtig viel Merchandising“, so Wilkening. Lediglich in die Bundesrepublik wurden aus Prinzip keine Lizenzen vergeben. Aber auch ohne diese entstanden immer wieder ähnliche Puppen. „Die wurden dann als Wichtelmännchen verkauft“, sagt die Wissenschaftlerin.

Die Sandmann-Spielzeug-Ausstellung ist vom 8. Juni bis zum 31. Oktober 2014 in der Museumsanlage Gadebusch zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr. „Gruppen können sich ab er auch außerhalb der Öffnungszeiten anmelden“, so Neuhaus-Kühne.

 

 

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