Strassenverkehr : Saisonstart – die Gefahr fährt mit

Die Motorrad-Saison hat begonnen: Am morgigen Sonnabend treffen sich Fans von Oldtimern am Phantechnikum zur Ausfahrt.
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Die Motorrad-Saison hat begonnen: Am morgigen Sonnabend treffen sich Fans von Oldtimern am Phantechnikum zur Ausfahrt.

Mit dem Frühling stehen auch die Motorradfahrer in den Startlöchern /Experte rät zu Fahrübungen, bevor es auf die Straße geht

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10. April 2015, 00:01 Uhr

Start in die Saison: Motorradfans holen jetzt ihre Maschinen aus den Garagen. Der Wetterbericht verspricht das erste warme April-Wochenende. Oldtimer, Renn- und Crossmaschinen sind wieder vermehrt auf den Straßen zu sehen. Doch der brausende Fahrtwind und die Leichtigkeit sind nur ein Aspekt des Motorradfahrens. Biker sind auch immer wieder – unverschuldet oder selbst verursacht – in Unfälle verwickelt.

„Der Trend für das Jahr 2014 zeigt wieder einen leichten Anstieg der Unfallzahlen bei Krafträdern“, sagt André Falke, Sprecher der Polizei Wismar. „Zur Tendenz in diesem Jahr können noch keine Angaben gemacht werden, da die Saison gerade erst begonnen hat. Bislang ereigneten sich 2015 nach vorläufigen Zahlen insgesamt zwölf Unfälle mit Motorradfahrern.“

Gerade beim Motorradfahren sei noch vorsichtigeres Fahren als beim Auto angebracht, erklärt Günter Gottschalk, Chef der Fahrschule Gottschalk in Gadebusch. „Hier ist mehr Feingefühl nötig. Und das geht über den Winter verloren.“ Genau das sei das Hauptproblem, weshalb Biker immer wieder verunglücken würden, sagt der Fahrlehrer, der selbst 30 Jahre lang Cross gefahren ist. „Das Fahrgefühl ist nach der Winterpause nicht mehr so, wie es im Herbst war. Es ist erschreckend, was dann an Fahrgefühl weg ist. Und die meisten stellen sich darauf nicht ein.“

Einen weiteren Grund für Unfälle, gerade im Frühjahr, sieht Günter Gottschalk im Fahrspaß. „Die Emotionen kochen hoch, sie sind heiß drauf, wieder zu fahren und wollen Gas geben und Kurven fahren.“ Dabei sei es zunächst sinnvoll, selbstkritisch zu sein, Slalom- und Bremsübungen zu absolvieren, um wieder ein Gefühl für die Maschine zu entwickeln. „Gas geben ist auf der Straße fehl am Platz. Die Verkehrsdichte ist einfach zu groß.“

Diese Einschätzung bestätigt auch der Polizeisprecher: „Motorradfahrer sollten sich im Klaren darüber sein, dass sie nicht über die Sicherheitssysteme verfügen, die ihnen ein Auto bietet.“ Es gibt keine Knautschzone und auch keine Fahrgastzelle. „Somit ist auch die Gefahr, als Motorradfahrer bei einem Unfall verletzt oder gar getötet zu werden, um ein Vielfaches höher als bei Autofahrern. Und gerade am Anfang einer Saison sollte man sein fahrerisches Können nicht überschätzen. Fahren Sie defensiv und rechnen Sie mit möglichem Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer“, sagt André Falke.

Und was rät Fahrlehrer Günter Gottschalk seinen Schülern? „Sie müssen sich an die Vorschriften halten.“ Gerade die Anonymität auf dem Motorrad führe oft zu Unfällen. „Eine kleine Ordnungswidrigkeit kann schwere Folgen haben. Und die richtige Motorradkleidung ist ganz wichtig! Keiner plant einen Unfall ein. Der passiert einfach.“

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