Hechtangeln bei Klocksdorf : Saison für die Fische mit Zähnen

Rüdiger Nehls mit einem ansehnlichen Hecht aus dem Röggeliner See.
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Rüdiger Nehls mit einem ansehnlichen Hecht aus dem Röggeliner See.

Angelsportverein Röggeliner See startet mit Hechtangeln ins Frühjahr

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09. Mai 2017, 20:55 Uhr

Steife Brise aus Ost und hohe Wellen – die Petrijünger vom Angelsportverein Röggeliner See bremst die anhaltende Maikühle nicht. Sie starten auf dem Röggeliner in die neue Saison.

Ein ums andere Mal kämpft sich der Kunstköder „Jerkbait“ von Christoph Völzer seitlich zum Wind über die Wasseroberfläche. Ein lautes Platschen imitiert Fischbewegung. „Dieser Köder kommt einem Fisch nahe“, sagt der erfahrene Hechtangler. Mit ruckartigen Bewegungen führt er seinen 15 Zentimeter großen „Jerkbait“ zurück zum Boot. Der Tanz des Kunstfisches bleibt nicht unentdeckt. Aus der Tiefe taucht ein Verfolger auf. Wie ein Schatten begleitet er den grün-gold-farbenen Köder in wenigen Zentimetern Abstand. Dann dreht er ab. Es war ein Hecht. „Der war wählerisch“, meint Christoph Völzer.

Im Nachbarboot ertönt unterdessen der Ruf „Hecht“. Gespannt schauen die Bootsbesatzungen hinüber zu Oswaldo Bobsien aus Breesen. Sie wollen sehen, ob es sich um einen kapitalen oder eher kleineren Vertreter des Raubfisches handelt. Deutlich mehr als 50 Zentimeter – so viel lässt sich auf dem ersten Blick aus der Ferne sagen.

Jetzt scheint der Bann gebrochen. Esox lucius, ein klangvoller lateinischer Name für den Hecht, kann dem großen Farben- und Formenspektrum der Angler kaum widerstehen. Nach kurzem Drill landen die Bootsbesatzungen stattliche Fische. Die Hechte messen zwischen 65 und 80 Zentimetern. Untermaßige gelangen seicht zurück ins Wasser.

Im Boot von Christoph Völzer herrscht trotz des Erfolgs in der Nachbarschaft Gelassenheit. Der Fischfang steht für ihn nicht im Vordergrund. Die Natur erleben und den einen besonderen Hecht mit einem Spezialköder herauslocken, sei für ihn viel aufregender. Als „Ansparangeln“ stuft er die Situation ein und bleibt optimistisch. Dennoch entscheidet er sich für einen Wechsel zum kleineren Köders: „Nils Master“, ein finnisches Modell.

Karabiner an der Schnur öffnen, Köder einhängen, sichern und schon fliegt der mit Glitzer und Farbe gestaltete Wobbler mit Schwung in Richtung Schilfkante. Meter um Meter geflochtene Schnur ziehen von der Multirolle, bis das kunstvolle Imitat punktgenau vor dem Schilf ins Wasser taucht.

Vom Ufer gegenüber ertönt der dumpfe Ruf einer Rohrdommel, es ist der Balzruf eines Männchens. Für Sekunden wird diesem Hörgenuss gelauscht, dann betätigt Christoph Völzer die Kurbel der Multirolle.

Die Angelfreunde Karsten Kirykowitsch und Thomas Lange sind unterdessen mit dem Drill ihrer Hechte befasst. Auch der zwölfjährige Philipp Lindt hat Erfolg: „Dieser Hecht misst 75 Zentimeter, gefangen auf einem Gummiwurm“, erzählt er. Rainer und Christian Lindt freuen sich mit dem Nachwuchs. „Wir angeln nur Hecht“, erzählt Christian Lindt. Er schwört beim Jahresauftakt auf Metallköder. Dies mit Erfolg: Ein schön gezeichneter Raubfisch von 60 Zentimetern Länge liegt vor ihm – eine gute Mahlzeit.

Mit einem klassischen Spinner forderte Jürgen Arp die Raubfische mit Zähnen heraus und sicherte sich einen stattlichen Hecht von 84 Zentimetern. Ein „Petri heil!“, gibt es auch für Christoph Völzer, der mit drei Hechten am Angeltag mehr als zufrieden ist.

Kapitaler fällt der Fang bei Lutz Tetzlaff aus: „77 Zentimeter.“ Im vergangenen Jahr konnte er einen Räuber von 94 Zentimetern überlisten, so der Klocksdorfer. Das Besondere: Sein Köder stammt aus der Werkstatt von Vereinschef Burkhardt Michaelis. „Den hat er anlässlich seines 70. Geburtstages erhalten“, erzählt Michaelis. Kleine Geschenke und das Miteinander wie der Saisonstart sind es, die den Verein in Klocksdorf als Gemeinschaft formen.
 

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