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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. September 2017 | 15:04 Uhr

Königsfeld : Saftiges Grün in Feld und Flur

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kreisbauernverband und seine Mitglieder erwarten ein ertragreiches Jahr. Trotz Gelbrost maßvolle Pflanzenbehandlung.

von
erstellt am 20.Mai.2014 | 00:50 Uhr

Wetter gut – alles gut: Ganz so einfach ist es nicht mit der Landwirtschaft. Zu viele Faktoren beeinflussen Pflanzenwachstum und Erträge. Bei der vierten von insgesamt sechs Feldschauen gaben sich Petra Böttcher als Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes und Gastgeber Klaus Babbe sowie weitere Landwirte der Region zufrieden. „Wir hatten einen trockenen April und nun einen feuchten Mai. Die Bedingungen sind aktuell gut und somit können die Pflanzen gedeihen“, sagt Böttcher.

Dabei war die Prognose vor einigen Wochen ein wenig anders gelagert, wie Rudolf Gerber (Pflanzenbeauftragter) in der Gesprächsrunde verdeutlicht: „Im Prinzip hatten wir keinen Winter. Das Getreide konnte bis zu den zwei Frostnächten mit Temperaturen von bis minus 18 Grad Celsius wachsen.“ Das Winter-Intermezzo hat bei einigen Weizensorten Spuren hinterlassen. „Teilweise mussten wir neu aussäen. Jetzt stehen die Bestände gut“, sagt Gerber.

Dass in der Landwirtschaft immer wieder aufs Neue mit Überraschungen gerechnet werden muss, zeigte Klaus Babbe: „ Der Gelbrost hat das Getreide befallen. Das passiert nur alle 15 bis 20 Jahre, wenn in der Anfangsphase die Konstellationen passen.“ Beim Gelbrost handelt es sich um einen Pilz, der die Getreidesorten in Mitteleuropa befallen kann. Völligen Schutz gebe es nicht. Folglich müssen die Landwirte ihre Bestände genau im Blick haben und anhand klimatischer Bedingungen sowie von Untersuchungsergebnissen mit Hilfe von Computerprogrammen Behandlungsmöglichkeiten für die Getreidesorten berechnen. „Wir müssen behandeln, bevor der Erreger die Pflanzen befällt“, so Babbe. Dabei sei Fingerspitzengefühl gefragt. Zudem seien die Mittel teuer und somit werde im Nordwesten eher weniger gespritzt. Man sei sich der Verantwortung gegenüber Umwelt, Gewässern und Bienen bewusst, gibt Petra Böttcher zu verstehen.

Bleiben die Temperaturen im Normalbereich, dürften einige Bauernregeln zutreffend sein. „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun’ und Fass“, meint jedenfalls Hans-Eckhard Lüth aus Vitense. Voraussetzung bleibt, dass es keine Wetterextreme gibt, die den Reifeprozess beschleunigen. „Temperaturen von 35 Grad Celsius im Juni kann niemand brauchen“, sagt Gerber.

Grundsätzlich gehört der Nordwestkreis zu den ertragreichsten Regionen. Vor dem Hintergrund des weltweiten Raubbaus an der Natur stehen die Landwirte einer weiteren Extensivierung ihrer Flächen und möglicherweise daraus resultierenden stärkeren Lebensmittelimporten eher skeptisch gegenüber.

Somit fehlte es in der Gesprächsrunde auf dem Hof von Klaus Babbe nicht an Themen. „Wir informieren auch über die EU-Regelungen, dass ab 2015 fünf Prozent der Ackerflächen für Vielfalt der Kulturen bereitgestellt werden müssen“, sagt Böttcher. Das beinhaltet Stilllegungen, Anbau von Leguminosen (natürliche Düngung), die Schaffung von Pufferstreifen an Feldrändern sowie die Pflege von landschaftsgestalterischen Elementen (Sölle).


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