Gadebusch : Sachsen reißen Steinkoloss ab

Arbeitet seit gestern auf der höchsten Baustelle Gadebuschs: Thomas Zühlke vom sächsischen Unternehmen Unviersal Abbruch Weise.  Fotos: Friedrich (2)
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Arbeitet seit gestern auf der höchsten Baustelle Gadebuschs: Thomas Zühlke vom sächsischen Unternehmen Unviersal Abbruch Weise. Fotos: Friedrich (2)

An der Alten Molkerei wird ein mehr als 30 Meter hoher Schornstein zurückgebaut

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24. Juni 2015, 00:00 Uhr

Einen Arbeitsplatz mit bester Aussicht haben derzeit zwei Sachsen in Mecklenburg. Denn Thomas Zühlke und Thomas Friedrich bauen seit gestern einen mehr als 30 Meter hohen Schornstein an der Alten Molkerei in Gadebusch zurück. Seit Jahrzehnten steigt aus diesem Schlot kein Rauch mehr auf. Nun tragen die Handwerker Schicht für Schicht des Bauwerks ab, lassen tausende Steine in das Innere des Schornsteins fallen.

In den ersten zwei Stunden kamen die Beiden bei den Abrissarbeiten gut voran. Sie kürzten den Schlot um mehrere Meter. Doch die harten, dicken Mauerwerksschichten kommen noch.

Um den derzeit höchsten Arbeitsplatz in Gadebusch zu erreichen, benutzen die beiden Bauwerker eine Hubbühne. Mehr als 60 Sekunden dauert die sichere Fahrt in die Höhe. Mit an Bord haben sie Presslufthammer und weiteres Werkzeug.

In mehr als 30 Metern zu arbeiten, ist für die Sachsen kein Problem. In Gera zog es Thomas Friedrich an die Spitze eines 220 Meter hohen Schornsteins. Sein Kollege Thomas Zühlke war in 60 Metern Höhe in Leipzig im Einsatz.

Trotz dieser Erfahrung bringe jede neue Baustelle neue Herausforderungen mit sich. „Egal, wo wir hinkommen. Wir verschaffen uns zunächst ein Bild von dem Bauwerk, machen uns dann einen detaillierten Plan, um solche Schlote wegzubekommen ohne dass ein Trümmerfeld entsteht“, sagt Thomas Zühlke.

Mehrere tausend Euro dürfte der Abriss dieses Kolosses aus den 1970er-Jahren kosten. Der Schornstein war damals als Ersatzbau im Zuge einer Kesselhaus-Erweiterung errichtet worden. Es habe sich um eines der modernsten Kesselhäuser der damaligen Zeit gehandelt, erinnert sich ein ehemaliger Mitarbeiter der Alten Molkerei.  

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