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37. Rapstag in Veelböken : Rüsselkäfer: Spurensuche im Raps

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Rüsselkäfer bedrohen die Rapspflanzen auf den Feldern in MV. Wie sich der Schädling aufspüren und bekämpfen lässt, demonstrierten die Mitarbeiter des Pflanzenschutzregionaldienstes Schwerin.

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erstellt am 06.Jun.2013 | 11:11 Uhr

Veelböken | Kleine gefräßige Rüsselkäfer bedrohen tausende von Rapspflanzen auf den Feldern in MV. Vorausgesetzt sie werden nicht wirksam bekämpft. Welche Methoden die sichersten sind und wie sich der Rüsselkäfer aufspüren lässt, demonstrierten auf dem gestrigen 37. Rapstag in Veelböken die Mitarbeiter des Pflanzenschutzregionaldienstes Schwerin.

Knapp 200 Landwirte aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein nutzten das Angebot, sich über neueste Forschungsergebnisse, Pflanzenarten, Versuche und den Einsatz von Insektiziden, Fungiziden und Herbiziden zu informieren.

Als durchaus aggressiv lässt sich die Lebensweise des um die drei Millimeter kleinen Rüsselkäfers einschätzen. "Die Tiere legen in den Pflanzenstängeln ein Ei. Die sich entwickelnde Larve frisst sich durch den Stängel, der aufplatzt und sich verformt", sagt Kirsten Dömpke vom Pflanzenschutzdienst. Die geschwächten Pflanzen bieten ausreichend Angriffsfläche, u. a. für Pilze, was nicht ohne Auswirkung auf die Erträge bleibt. Ohne Vorsorge geht da nichts, betont Marcus Hahn vom Pflanzenschutzdienst und macht deutlich, dass Landwirte im Rapsanbau nicht ohne Schädlingsbekämpfungsmittel auskommen. "Ökologischer Anbau von Raps ist nahezu unmöglich", so Hahn. Entscheidend seien aber der Ausbringungstermin und auch die richtige Dosierung der Mittel. Diese sind teuer und sollten gezielt zum Einsatz kommen.

Welche Mittel sich als wirksam herausstellen, das ist auf dem 129 Hektar großen Versuchsfeld bei Goddin bestens zu sehen. Die Veranstalter, der Agrarhof Veelböken eG, die Landesversuchsanstalt und der Pflanzenschutzdienst, haben in Kooperation unterschiedliche Pflanzen angebaut und mit modernen Pflanzenschutzmitteln behandelt.

Auf der Schädlingsliste stehen ebenso die Rapsglanzkäfer, die sich bekanntlich auch auf gelben und orangefarbenen T-Shirts niederlassen. Ab wann die Käfer ausschwärmen, vermag Hahn nicht zu sagen: "Fest steht: Wir hatten einen langen und harten Winter. Die Schädlinge treten dementsprechend später auf."

Neben den Ergebnissen aus der Praxis erhalten die Landwirte wichtige Hinweise zu den rechtlichen Rahmenbedingungen - wann und wo dürfen beispielsweise Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Des Weiteren gibt es Empfehlungen für den Pflanzenschutz im kommenden Jahr, aktuelle Ergebnisse zum Bienenschutz im Raps und zu Anbauverfahren.

Antje Schardey aus Schleswig Holstein konfrontierte die Veranstalter gleich mit einem Fragenkomplex: "Ich wirtschafte auf einem Hof in Rumänien. Dort gibt es helle Stellen auf den Schoten." Expertin Kirsten Dömpke hält die Bestimmung der Pflanzenkrankheiten für realisierbar. Allerdings rät sie: "Senden sie uns ein paar Bilder zu." Toll, meint Schardey. Eben dieser direkte Draht zeichne solch eine Veranstaltung aus. "Das Wissen was hier vermittelt wird, brauchen wir, damit wir entsprechend reagieren können", so Schardey. In Rumänien gebe es solche Informationsveranstaltungen für Landwirte nicht.

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