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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

21. November 2017 | 21:58 Uhr

Schlagsdorf : Rotmilan mit Nervengift getötet

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

WWF sucht Täter und setzt 5000 Euro Belohnung aus

von
erstellt am 07.Jul.2017 | 04:45 Uhr

Traurige Gewissheit: Der im Juni im Naturschutzgebiet Mechower Holz nahe Schlagsdorf tot aufgefundene Rotmilan wurde vergiftet. Wie der Zweckverband Schaalseelandschaft und der WWF Deutschland mitteilen, starb der seltene Greifvogel an den Folgen vergifteter Nahrung. Experten der Universitätsmedizin Göttingen wiesen bei einer toxikologischen Untersuchung den Stoff Dimethoat nach. „Ein Stoff, der vor allem in verschiedenen Insektengiften verwendet wird und als starkes Nervengift bei Vögeln wirkt“, so Thomas Neumann vom WWF Deutschland.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Rotmilan ein Hausentenküken gegriffen, das zuvor mit dem Giftstoff behandelt wurde. Darauf schließt nach Ansicht des Zweckverbandes Schaalseelandschaft und des WWF die auffällige Blaufärbung des Kükens – der Farbstoff soll verhindern, dass Menschen das Gift versehentlich einnehmen.

Am 9. Juni sichteten Neumann und der Schweriner Tierfilmer Christoph Hauschild bei einer Kontrolle der Brutvögel an der Landesgrenze den toten Vogel im 30 Meter hohen Horst. Das Tier lag mit ausgebreiteten Flügeln regungslos auf dem Nest. Alarmiert durch verschieden Vergiftungsfälle, stieg Baumkletterer Erich Schütt zum Horst auf. „Dort konnten das tote Milan-Weibchen sowie ein blau gefärbtes Hausentenküken geborgen werden“, so Neumann.

Küken sind durchaus ein gefundenes Fressen für Milane, die sich von kleinen Säugetieren, Fischen und Vögeln ernähren. Die Naturschützer vermuten, dass womöglich jemand den Milan als Konkurrenz empfindet und sich des „Problems“ mit Gift entledigen wollte. „Diese aktive Vergiftung durch ausgelegte Köder stellt eine Straftat dar. Wir haben Anzeige erstattet und eine Belohnung für Hinweise zur Ergreifung des Täters in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt“, sagt Neumann. Geprüft wird auch der Aktionsradius der Vögel. Derartige Straftaten können bis zu drei Jahren Haft nach sich ziehen.

Die Vergiftung ist kein Einzelfall: Laut Naturschützer wurden allein auf der Seite von Schleswig-Holstein zwischen 2008 und 2015 in 30 Fällen tödliche Vergiftungen nachgewiesen.

Hinweise nehmen der WWF und der Zweckverband Schaalseelandschaft unter Telefon 04541/8794001 und die Polizei entgegen.

 

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