Exote in MV : Rote Feuerlibelle ist neu am Schaalsee

Die Rote Feuerlibelle wandert aus dem Mittelmeerraum ein.
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Die Rote Feuerlibelle wandert aus dem Mittelmeerraum ein.

Die große, leuchtend rote Libelle ist eigentlich in Afrika und im Mittelmeerraum beheimatet

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12. Juli 2015, 09:00 Uhr

Das schöne Sommerwetter der vergangenen Woche nutzte mein Kollege Mathias Hippke, der als Biologe im Biosphärenreservatsamt für den Artenschutz zuständig ist, um im Naturschutzgebiet „Kammerbruch“ Libellen zu kartieren. An den vier Kleingewässern, die vor drei Jahren durch das Biosphärenreservatsamt auf Flächen des Zweckverbandes „Schaalsee-Landschaft“ neu angelegt wurden, umschwirrten uns die eleganten Flieger zu Dutzenden. Libellen sind wahre Flugakrobaten. Da sie ihre Vorder- und Hinterflügel getrennt voneinander steuern können, verfügen sie über eine unglaubliche Manövrierfähigkeit: Sie können in der Luft "stehen" und sogar rückwärts fliegen. Ingenieure haben das Flugprinzip des Hubschraubers bei den Libellen abgeschaut.

Zehn verschiedene Arten konnten wir an diesem Tag nachweisen, darunter auch eine Besonderheit - ein Pärchen Feuerlibellen (Crocothemis erythraea). Die große, leuchtend rote Libelle ist eigentlich in Afrika und im Mittelmeerraum beheimatet. Seit den 1990 Jahren hat sich die wärmeliebende Art immer weiter nach Norden ausgebreitet und ist inzwischen auch bei uns angekommen. Vor zwei Jahren wurde ein Exemplar der Feuerlibelle zum ersten Mal im Biosphärenreservat Schaalsee nachgewiesen, ebenfalls an den Kleingewässern im „Kammerbruch“. Ob unser Pärchen Feuerlibellen bereits im „Kammerbruch“ geschlüpft ist oder der warme Südwind der vergangenen Woche die beiden bis in unserer Region getragen hat, ist ungewiss. Möglich ist beides. Libellen führen sozusagen zwei Leben, eines als Larve unter Wasser und eines als fliegendes Insekt. Während das erste bis zu einigen Jahren dauern kann und die Larven sich während dieser Zeit mehrmals häuten, währt das zweite nur wenige Wochen oder Monate. Während dieser kurzen Zeit an Land und in der Luft erfolgen die Paarung und die Eiablage, danach sterben die Insekten. Libellen leben in allen Entwicklungsstadien räuberisch. Sowohl unter Wasser als auch in der Luft ernähren sie sich von tierischer Kost. Für den Menschen sind Libellen völlig ungefährlich, sie stechen nicht und greifen den Menschen auch nicht an. Wenn man Libellen fängt und zur Artbestimmung aus dem Kescher nimmt kann es schon vorkommen, dass sie sich bedroht fühlen und beißen. Diesen Biss spürt man, er ist jedoch nicht schmerzvoll. Von den 81 Libellenarten die bisher in Deutschland nachgewiesen wurden, leben 51 Arten im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee.

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