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Mehr als 50 Einsätze für ehrenamtliche Seenotretter : Rote Engel vor Poel im Einsatz

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Sie sind bei Wind und Wetter auf hoher See, die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger der Station Timmendorf. Ob das Einsatzjahr für sie wirklich beendet ist, vermag niemand zu sagen.

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erstellt am 19.Dez.2012 | 11:26 Uhr

Timmendorf/Poel | Sie sind bei Wind und Wetter auf hoher See, die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Nicht anders ist es bei den Seenotrettern der Poeler Station Timmendorf. Ob das Einsatzjahr für die roten Engel wirklich beendet ist, vermag niemand zu sagen. "Wenn wir gerufen werden, sind wir weiterhin zur Stelle", so die klare Ansage ihres Vormannes, Joachim Wöst. Der bilanziert inzwischen für 2012 mehr als 50 Einsätze, einschließlich Kontroll- und Ausbildungsfahrten. Hinzu kommen etliche Ausbildungs- und Schulungsstunden an Land. Überarbeitete Vorschriften anhand Veränderungen der Gesetzeslagen im Seeverkehr und neue Technik erfordern diese zusätzlichen Zusammenkünfte. "Natürlich gibt es bei jedem Einsatz einen Grund der Hilfeleistung, sonst würde man uns nicht alarmieren", so Wöst weiter.

"Glücklicherweise kamen bis jetzt weder Personen zu Schaden, noch sind gar Todesopfer zu beklagen", so der gebürtige Poeler. In diesem Sinne sprechen die insgesamt 25 aktiven und selbstlosen Helfer sogar von einem guten Jahr. Und das ist den Leuten in ihren roten Overalls lieber, als "spektakuläre" Einsätze erleben zu müssen. Ein Unwort übrigens, welches niemand so recht mag. Denn wer sich durch Selbstüberschätzung, Leichtsinn und manchmal auch durch Inkompetenz im maritimen Freizeitsport in Gefahr bringt, handelt verantwortungslos und bringt vielleicht noch andere in Gefahr. Grundberührung, Fehleinschätzung der Wetterlage oder technische Schäden am Antrieb oder an der Steuerung zählten dabei zu den häufigsten Ursachen.

Dass ihr tüchtiges Rettungsboot "Günther Schöps" auch bei Einsatzübungen, wie zum Beispiel der Simulation einer großen Ölhavarie vor und im Timmendorfer Hafen eine unterstützende Rolle spielte, ist selbstverständlich. Seenotretter-Nachwuchs ist übrigens weiterhin willkommen. Das derzeit dienstälteste und noch aktive DGzRS Mitglied ist der Poeler Fischer im Ruhestand, Hans-Heinrich Hartig.

Vormann Wöst (64) ist im kommenden Jahr "erst" 45 Jahre in diesem Ehrenamt. Das scheint nach einer zumindest kleinen Jubiläumsfeier auszusehen. "Das wollen wir mal nachlassen, wir werden ja alle stetig älter", reagiert er mit seiner gutmütig-freundlichen Art, eben wie ein echter Poeler. Stattdessen reflektiert er auf das kommende Ereignis, die Feierlichkeiten zu 850 Jahre Poel: "Natürlich machen wir auch dort mit, wo wir können."

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