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Bankgeschäfte im Internet sicherer gemacht : Rote Box bringt mehr Sicherheit

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Die Sparkassen verstärken ihre Bemühungen computergestützte Bankgeschäfte sicherer zu machen. Konkret geht es um Angebote für Privatpersonen und Firmen, die ihre Überweisungen am Schreibtisch erledigen.

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erstellt am 11.Mär.2011 | 06:31 Uhr

Gadebusch | Die Systemtechniker der Sparkassen verstärken ihre Bemühungen computergestützte Bankgeschäfte sicherer zu machen. Konkret geht es um Angebote für Privatpersonen und Firmen, die ihre Überweisungen am Schreibtisch erledigen. Bis Anfang April will die Sparkasse Mecklenburg-Nordwest eine von zwei Varianten zur Bereitstellung sogenannter TAN-Nummern möglichst bei allen Kunden, die über Computer ihre Bankgeschäfte abwickeln, installieren. Das Bankhaus ist damit ein Vorreiter im Land. "Wir bewerben diese Aktion aktiv, um Kunden vor Schäden zu bewahren", sagt Volker Steinkamp, Direktor Marktbereich.

Von 65 000 Sparkassenkunden im Nordwesten nutzen derzeit 18 000 die Möglichkeit über das Internet ihre Bankgeschäfte abzuwickeln. Bei den zahlreichen online-Geschäften die tagtäglich abgewickelt werden, musste auch die Sparkasse registrieren, wie mit krimineller Energie Geld von Kunden auf ausländische Konten transferiert wurde. "Es gab Schäden, die wir im Interesse der Kontoinhaber u.a. durch Rückbuchungen beheben konnten", so Steinkamp. Vor diesem Hintergrund wünscht sich die Sparkasse eine schnelle Abkehr von den per Post versendeten Briefen mit iTAN, indizierten Einmalpasswörtern, für Bankgeschäfte am Computer.

Zur Zukunft gehören jetzt TAN-Nummern Generatoren, in Form einer roten Box mit Tastatur bzw.ein Verfahren zur elektronischen Versendung der Geheimnummern über das Handy. "Die neuen Methoden sind sicherer. Es gibt keine fertige Nummernliste mehr. Für jeden Vorgang errechnet das System unter Berücksichtigung der eingegebenen Daten eine spezifische TAN-Nummer", so Steinkamp. Kurzum: Wer entsprechend dem Angebot der Sparkasse die rote Box erwirbt, gibt dort die am Display geforderten Daten ein, schiebt seine EC-Karte ins Lesegerät und erhält in Sekunden seinen Geheimcode für die Überweisung.

Kontoinhaber, die lieber mit dem Handy agieren, vornehmlich die jüngere Generation, füllen auf der Internetseite der Sparkasse die Formulare aus und lassen sich auf Grundlage dieser Daten eine TAN-Nummer kostenlos auf ihr Handy senden. Die Kundschaft sei, so Steinkamp, sensibilisiert: "Wöchentlich stellen wir an die 1000 weitere Konten auf die neuen Verfahren um." Zur reibungslosen Einführung der Sicherheitstechnik wünschen sich die Banker in den Sparkassenfilialen eine rechtzeitige Anmeldung. Aus Steinkamps Sicht wichtig, denn nur so lasse sich ein Stau vermeiden. "Wir sind vorbereitet", sagt der Gadebuscher Geschäftsstellenleiter Bernd Wannags.

Wer ein noch ausgeprägteres Sicherheitsbedürfnis hat, der kann auf ein Softwarepaket zurückgreifen. "Dabei minimieren sie die Zeit der Datenübermittlung im Internet auf wenige Sekunden, denn sämtliche Formulare werden vorab auf dem Rechner ausgefüllt", so Sicherheitsexperte Steinkamp. Dieses Programm gebe es Plattformübergreifend für PC und Mac. Wer die Umstellung bis Anfang April versäumt, den will die Sparkasse Mecklenburg-Nordwest aber nicht den Zugang zum Konto sperren. Die per Post versendeten iTAN-Listen behalten mit dem Hinweis auf das neue Verfahren, noch ihre Gültigkeit. Mit Einführung der neuen Technik stehen der Kundschaft im Terminalbereich der Filialen weiterhin computergestützte Geräte für Überweisungen zur Verfügung oder ein Mitarbeiter am Schalter der Filiale.

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