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Vorbereitungen für die Renaturierung laufen : Roggendorfer Moor wird aufgestaut

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In den nächsten Jahren soll das Roggendorfer Moor wieder zu dem werden, was es früher einmal war - ein intaktes Feuchtgebiet mit typischer Vegetation. Bis in die 1950er-Jahre wurde in dem Areal Torf abgebaut.

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erstellt am 26.Jul.2013 | 05:59 Uhr

Roggendorf | Der Weg ins Roggendorfer Moor führt an mannshohen Brennnesseln vorbei, an Ringelnattern, die aufgeschreckt davonhuschen und von Mückenschwärmen begleitet bis zum großen Graben. Lange hielten es die Mitglieder des Umweltausschusses am Donnerstagabend hier nicht aus. Die Mücken waren zu hartnäckig.

Die Abgeordneten des Kreistages hatten den Punkt "Projektziele und Arbeitsstand Roggendorfer Moor" auf ihrer Tagesordnung und wollten sich das Gebiet nun selber anschauen. In den nächsten Jahren soll das Moor wieder zu dem werden, was es früher einmal war - ein intaktes Feuchtgebiet mit typischer Vegetation.

Der Zweckverband Schaalsee betreut das Projekt, für das Mecklenburg-Vorpommern rund 590 000 Euro zur Verfügung stellt. Bis in die 1950er-Jahre wurde in dem rund 250 Hektar großen Areal Torf abgebaut. Anfangs von den Bauern aus der Umgebung, später auch industriell. Wie viel genau, weiß Armin Benz vom Zweckverband nicht. Dafür wurde das Moor trockengelegt. "Das Hauptproblem ist die Entwässerung", erklärte Benz den Ausschussmitgliedern. Eine vollständige Renaturierung ist heute nicht mehr möglich.

Deshalb beschränkt sich das Projekt auf den nördlichen Teil des Moores. "Eine Renaturierung im südlichen, Richtung Groß Salitz, wäre unverhältnismäßig", erklärte Benz im Ausschuss. "Das ist zu teuer, deshalb haben wir davon Abstand genommen." Doch auch im nördlichen Teil gibt es Probleme. Das Moor beginnt unmittelbar am Rand des Roggendorfer Schlosses und berührt die Schlossmauer. "Die steht, wie das ganze Ensemble, unter Denkmalschutz", sagte Armin Benz. Geplant ist nun, die Bek zurückzuverlegen an den Rand des Moores, fast in ihren alten Flusslauf. Um aber zu verhindern, dass Schloss und Mauer in Mitleidenschaft gezogen werden, werden einige Meter Platz gelassen. Für den neuen Graben wurde eine Schneise geschlagen. Noch führt die Bek quer durch das Moor und entwässert das Gebiet. Mit der Verlegung an den Rand wird sich das ändern. "Wenn der Graben voll ist, zieht er von links und rechts kein Wasser mehr", erklärt Benz. Damit ist die Umgebung geschützt und die Entwässerung des Moores unterbunden. Zudem sollen kleine Gräben verschlossen werden. Größere werden mit Betonfertigteilen und einer Spundwand verbaut.

Um einen Meter soll der Wasserpegel steigen. Nach ein bis zwei Jahren habe sich der Wasserstand dann eingepegelt. "Nach vier bis fünf Jahren haben wir eine positive Wasserbilanz", so Benz. Dann hätte sich der Boden ähnlich wie ein Schwamm mit Wasser vollgesogen. Das hat Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt. "Ein großer Teil der Bäume wird eingehen", erklärte Ausschussvorsitzender Hansjörg Rotermann. "Jetzt steht dort ein geschlossener Wald. Den wird es dann nicht mehr geben."

Im Genehmigungsplan hört sich die Perspektive etwas optimistischer an. "Auf dem größeren Teil der Fläche wird der Waldbestand vorübergehend zusammenbrechen, jedoch wird eine neue Generation von jungen, an die Wasserverhältnisse angepassten, Erlen den Standort wieder bewalden lassen." Der Waldcharakter des Moores bleibe erhalten.

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