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Bürgermeister Lemm wehrt sich juristisch gegen Gemeindevertreter Voß : Rögnitzer "Stasi-Streit" endet vor Gericht

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Der Rögnitzer "Stasi-Streit" ist nun auch eine Angelegenheit des Grevesmühlener Amtsgerichts geworden. So trafen dort gestern Rögnitz’ Bürgermeister Gerhard Lemm und Gemeindevertreter Norbert Voß aufeinander.

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erstellt am 23.Nov.2011 | 11:46 Uhr

Rögnitz/Grevesmühlen | Der Rögnitzer "Stasi-Streit" ist nun auch eine Angelegenheit des Grevesmühlener Amtsgerichts geworden. So trafen dort gestern Rögnitz’ Bürgermeister Gerhard Lemm und Gemeindevertreter Norbert Voß aufeinander. Denn Lemm wehrt sich juristisch gegen die Behauptung, dass er ein Inoffizieller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit gewesen sei und klagt auf Unterlassung. Er begründet dies damit, dass der Vorwurf ein starke Angriff gegen ihn und seine Familie sei. Dabei sei durch die Stasi-Unterlagenbehörde längst widerlegt worden, dass er IM gewesen sein könnte (SVZ berichtete). Dies sei nach Angaben der Richterin auch unstrittig.

Der Rögnitzer Gemeindevertreter Voß soll im Amt Gadebusch Stasi-Vorwürfe gegen Lemm erhoben haben. Das war im April dieses Jahres während eines Gesprächs mit dem Leitenden Verwaltungsbeamten, Andreas Lausen. Der Gadebuscher Verwaltungsexperte erklärte gestern im Gerichtssaal: "Herr Voß sagte damals: ,Es geht um unseren Bürgermeister, er war Mitarbeiter der Stasi.’ Ich fragte nach, ob er sich da sicher sei. Herr Voß sagte ,Ja’ und verlangte, etwas zu unternehmen oder ich würde mit drin stecken."

Die Angaben Lausens versuchten gestern sowohl Voß, dessen Anwalt sowie ein weiterer Zeuge aus Rögnitz zu entkräften. Ihrer Schilderung nach sei die Formulierung "Das sind Stasi-Methoden" benutzt und ein IM-Vorwurf gegen Lemm nicht erhoben worden. Auf Nachfrage des Gerichts erklärte Andreas Lausen: Er könne sehr wohl unterscheiden, ob von Stasi-Methoden oder einer IM-Beschuldigung die Rede sei.

Andreas Lausen musste nach dem Vorwurf im April dieses Jahres tätig werden. Denn der Rögnitzer Bürgermeister hatte eine eidesstattliche Versicherung zur Ernennung als Ehrenbeamter unterzeichnet, kein IM gewesen zu sein.

Dass Gerhard Lemm kein Inoffizieller Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR war, kann der Rögnitzer Bürgermeister inzwischen Schwarz auf Weiß mit einem Schreiben der Stasi-Unterlagenbehörde belegen. Mehr noch: Lemm ist zu DDR-Zeiten selbst ausspioniert worden. Stasi-Mitarbeiter öffneten seine private Post, kopierten und archivierten diese.

Am 14. Dezember soll im Amtsgericht eine Entscheidung in diesem Fall verkündet werden.

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