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Aus der Biosphäre nach Berlin : Rögnitzer Käse für die Hauptstadt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ute Rohrbeck erobert mit Ziegenkäsespezialitäten die Gaumen der Berliner

svz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 22:01 Uhr

Käse für die Hauptstadt: Die Stadt Berlin erhält ein Ziegenkäsespezialgeschäft. Die Initialzündung für das neue Projekt kommt aus Rögnitz. Besser gesagt, von Ute Rohrbeck. Die Rögnitzerin betreibt mitten im Biosphärenreservat Schaalsee seit mehr als einem Jahrzehnt ihre Feine Ziegenkäsemanufaktur. Dank Internet und darin platzierten Plattformen wie „Star Next“ schafft sie mit „Crowdfunding“, zu deutsch „Schwarmfinanzierung“, jetzt den Sprung nach Berlin Kreuzberg. „Wir eröffnen in einer völlig lebendigen Straße, die in den zurückliegenden 20 Jahren ihre ganz eigene Struktur, ihren Lifestyle erhielt, unser Geschäft“, so Rohrbeck. Zur Zielgruppe gehören ökologisch orientierte junge Familien als auch Touristen.

„Vorne Mitte“ nennt Rohrbeck ihren neuen Außenstandort, den sie gemeinsam mit Tochter und künftiger Geschäftsführerin Lale Rohrbeck nach umfangreicher Recherche zeitgemäß aufpoliert. Mit weiteren Spezialgeschäften in direkter Nachbarschaft, scheint die Wahl des 180 Quadratmeter großen Geschäftes Erfolg versprechend.

Ein Großprojekt, das sich nicht von heute auf morgen realisieren lässt. Drei Jahre entwickelte sich der Gedanke für das neue Feinkostziegenkäsegeschäft. Damit reifte das Vorhaben wie ein guter Käse. Davon sind nicht wenige Geldgeber überzeugt. Sie folgten Ute Rohrbecks Videobotschaft im Internet und entschlossen sich zur Finanzierung ihrer Idee. Banken und Kreditinstitute bleiben außen vor. Stattdessen sichern Menschen aus ganz Deutschland nun die Startinvestition mit Hilfe der „Schwarmfinanzierung“. Sie haben gefallen an solch innovativen Projekten. „Viele Leute glauben an das, was man macht. So registrierten sich 50 Leute auf ,Star Next‘ und stellten insgesamt 14 000 Euro bereit“, erzählt Rohrbeck. Die Beträge belaufen sich im Einzelnen zwischen 15 und 1000 Euro. Anteilsscheine gibt es dafür nicht. Aber auf Wunsch Gutscheine für Käseseminare, Ferienangebote am Schaalsee oder eben preisgekrönte Käsespezialitäten aus Rohrbecks Manufaktur. Die Rögnitzerin will ihr Ziel erreichen: „Bioziegenkäse selbst erzeugen und direkt zu den Menschen bringen, die ihn mögen und wertschätzen.“

Wer an der Spree auf den Geschmack kommen will, der hat ab April in der Hauptstadt ein Geschäft mit Angeboten aus der Biosphäre Schaalsee vor seiner Haustür. Bis dahin wird „geschmeidig renoviert“, denn allein Wände mit „abgeschlagenen Putz, die reichen nicht aus, um die Berliner Kundschaft von dem neuen Geschäft zu überzeugen“, betont Rohrbeck. Der neue Laden ist für die Käsespezialistin eher „ein neues Terrain zum Austoben“, eine Art Kreativwerkstatt, wo sie als Theatermalerin kunstvoll Fliesen mit Kunsthandwerk und Malerei platziert. Der Besuch des  Geschäftes  müsse  einfach den  Wunsch wecken, erneut  einkehren zu wollen.  Oben drauf gibt es in Berlin neben Käse aus Rögnitz weitere Spezialitäten aus der Schaalseeregion. „Flyer und Urlaubsangebote natürlich inklusive“, meint Ute Rohrbeck.

Kommen die rund 150 000 Kreuzberger der 3,4 Millionen-Metropole auf den Geschmack, dann hat die kleine Feine Ziegenkäsemanufaktur am Ende der Rögnitzer Allee nicht nur einen Käse nach Berlin zu rollen. Eine Herausforderung, der sich Rohrbeck und Team stellen wollen. 20 Käsesorten gehören zum Sortiment, die dank der vergrößerten Käserei im Gutshaus „für eine 7-Tagewoche zur Verfügung stehen.“ Die Ziegenmilch für all die Käsevarianten, die liefert Roger Meyer zur Capellen aus Othenstorf. Auch für ihn eine logistische Herausforderung, denn er liefert den Bio-Rohstoff, damit in Rögnitz die Kunst des Käsemachens gelingt.

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