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Open Air Theater Grevesmühlen : Rocco Stark will wieder Pirat sein

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der Schauspieler und Modeladen-Besitzer hofft im nächsten Jahr auf ein neues Engagement beim Open Air Theater Grevesmühlen.

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2017 | 20:45 Uhr

Er ist Schauspieler, Kinderbuchautor, Vater einer kleinen Tochter und seit zwei Jahren auch Besitzer des Ladens „Atelier 12“ in Boltenhagen. Im Interview mit Steffen Oldörp spricht der 30-Jährige über sein Modegeschäft, über Boltenhagen und über seine Pläne für 2017.

Wie stolz sind Sie auf ihr Modegeschäft?
Rocco Stark: Auf den Laden bin ich sehr stolz, weil ich den fast ganz allein gebaut habe – zusammen mit einem Freund. Das ist alles in meinem eigenen Kopf entstanden und unter eigener Schweißkraft. Dass es so gut angenommen wird und alles funktioniert, hätte ich selbst nicht gedacht. Und viele andere im Ort auch nicht. Aber wir haben inzwischen viele Stammkunden. Der Bürgermeister (Anm. d. Red.: Christian Schmiedeberg) kommt auch ganz gerne hierher. Es ist schön, wenn man hört, dass der Laden eine Bereicherung für Boltenhagen ist.

Sie sind vielseitig aktiv, sind Schauspieler, Kinderbuchautor, Vater einer kleinen Tochter und Ladenbesitzer – wie kriegen Sie das alles unter einen Hut?
Ich muss ehrlich gestehen, es ist schon sehr anstrengend. Ich pendle sehr viel zwischen Berlin und Boltenhagen. Es ist viel Arbeit, macht aber auch sehr viel Spaß. Ich muss aber immer etwas zu tun haben. Ich kann nicht herumsitzen und nichts machen. Welche Pläne haben Sie für 2017?
Ich will einen zweiten Laden in der Lehrter Straße in Berlin aufmachen, in der Nähe des Hauptbahnhofs. Einen Kinderstore mit einer französischen Firma. In ganz Deutschland gibt es noch keinen Laden davon. Mehr darf ich aber noch nicht verraten. Und es wäre auch schön, Boltenhagen ein wenig zu bereichern. Mal schauen, wir haben schon einige Ideen, was man hier noch machen könnte. Zum Beispiel ein nettes, kleines italienisches Bistro.

Rocco Stark war als „Don Serano“ mit von der Partie bei den Piraten in Grevesmühlen .
Rocco Stark war als „Don Serano“ mit von der Partie bei den Piraten in Grevesmühlen . Foto: Holger Glaner
 

Sie sind mal in Boltenhagen, mal in Berlin, als Promi auch häufig in den Medien. Wie schwer ist der Spagat zwischen Hauptstadt und Provinz?
Boltenhagen lässt mich runterkommen. Hier habe ich sehr viele Freunde, die wie Familie sind. Wenn ich nach Boltenhagen fahre, habe ich das Gefühl, ich fahre nach Hause. Das ist sehr schön. Ich kann schon sagen, dass ich ein wenig verliebt bin in Boltenhagen.

2012 und 2014 standen Sie beim Open-Air-Theater in Grevesmühlen auf der Bühne? Wie sieht es mit einem Engagement in der kommenden Saison aus?
Ich hätte wieder große Lust auf das Open-Air, habe auch lange mit dem Intendanten (Anm. d. Red.: Peter Venzmer) gesprochen. Er hat für dieses Jahr aber andere Pläne, auf die ich selbst sehr gespannt bin. Ich hätte großen Bock drauf, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Meine Tochter hat auch schon gefragt, wann ich wieder mitspiele.

Was ist das Besondere für Sie am Piraten-Open-Air?
Das Theater hat mich sehr geprägt. Es ist immer eine lange Zeit – 68 Vorstellungen am Stück. 2012 habe ich damit angefangen. In der Zeit habe ich erfahren, dass ich Vater werde. Deshalb denke ich sehr gerne daran zurück. Beim zweiten Engagement 2014 war meine Tochter ein Jahr alt. Heute erzählt sie mir, dass sie damals Angst hatte, als ich für die Vorstellungen Air geschminkt war. Ich habe einfach tolle Erinnerungen an das Theater. Hinzu kommt, dass wir ein tolles Team waren. Es war wirklich toll. Ein richtig schöner Männerspielplatz.

Inwieweit verfolgen Sie das, was im Ostseebad passiert. Zum Beispiel das Veranstaltungsverbot im Kurpark?
Das finde ich ganz schlimm. Boltenhagen ist eh schon ein bisschen verschlafen. Wenn wir jetzt keine Veranstaltungen mehr machen dürfen, dann können wir bald alle zu Hause bleiben. Der Ort lebt ja vom Tourismus. Wenn man aber nichts anbietet, kommen keine Touristen mehr.

Wie sehen Sie die geplante Dünenpromenade?
Ich finde es Schwachsinn, dass die Strandkorbvermieter die ganzen Hütten abbauen sollen. Viele lieben Boltenhagen dafür, dass es so natürlich ist. Deshalb weiß ich nicht, ob das mit der Dünenpromenade so gut und so schlau ist. Hinzu kommt, dass das eine Menge Geld kostet. Ich finde das alles eine Hauruckaktion.

Was wünschen Sie sich für das Ostseebad?
Dass ein wenig mehr Drive in den Ort reinkommt, dass die Sachen, die brach liegen, die wirklich wichtig sind, angepackt werden. Es gibt zum Beispiel noch einige Baracken und Ruinen, die nicht so schön anzuschauen sind. Das Veranstaltungsverbot, das ist total lächerlich. Wir haben eh schon wenig Veranstaltungen hier. Das Ganze macht den Ort nicht gerade attraktiv. Es gibt Orte, wie zum Beispiel Timmendorfer Strand, die sind interessant, von denen wir aber weit entfernt sind. Das ist natürlich traurig, weil Boltenhagen viel Potential hat. Man sollte die Leute einfach machen lassen. Aber es gibt ja viele Alteingessene, die vieles nicht wollen. Das ist schade, sehr schade.
 

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