Robert Marschewski aus Gadebusch : Robsen, der Rapper aus der Platte

„Spreng deine Ketten“ heißt der neueste Song des Rappers Robsen und ist einer von vielen, die der Gadebuscher bereits im Internet veröffentlicht hat.
Foto:
1 von 2
„Spreng deine Ketten“ heißt der neueste Song des Rappers Robsen und ist einer von vielen, die der Gadebuscher bereits im Internet veröffentlicht hat.

Der Gadebuscher Paul Marschewski ist mit Leib und Seele Rap-Musiker und veröffentlicht seine Songs im Internet

svz.de von
16. August 2016, 20:55 Uhr

Böser Blick, fette Autos, wilde Frauen-Geschichten. Wenn es um Rap-Musiker geht, jagt ein Vorurteil das andere. Doch irgendwie will die Schablone des bösen Rappers so gar nicht auf einen 27-jährigen Gadebuscher passen. Ganz im Gegenteil: Robert Marschewski muss sich schon richtig Mühe geben, um wirklich böse dreinzuschauen. Er hat nicht einmal einen Führerschein, ist alleinerziehender Vater einer achtjährigen Tochter – und er ist Rapper. Künstlername „Robsen“. Sein neuer Song „Spreng deine Ketten“ steht seit einigen Tagen im Internet.

Ein Song gegen den Terror auf der Welt. Eingespielt mit seinen Musikerkollegen Paul J.S aus Cuxhaven und Azko aus Kiel. Ein Song mit Textzeilen wie „Um des Himmels Willen: Ob Moslem oder Christen, fordert euern Frieden, hebt die Hand gegen Terroristen. Unschuldiges Blut, das an deren Händen klebt. Glaubt mir, wenn ich sage, ihr wollt’s nicht an euren Händen sehn.“

Was bewegt einen jungen Mann, solche Texte zu schreiben? „Man hört und sieht doch täglich, was in der Welt los ist. Immer mehr Terroranschläge. Immer mehr junge Menschen auch aus unserem Land, die nach Syrien gehen, um dort für den Islamischen Staat zu kämpfen. Musik ist der Schlüssel zur Seele, und vielleicht denkt der eine oder andere noch einmal darüber nach, ob seine Entscheidung richtig ist, wenn er diesen Song hört“, sagt der gebürtige Schweriner.

Um die 40 Musiktitel hat der Gadebuscher – viele gemeinsam mit Musikerkollegen – auf der Internetplattform Youtube bereits eingestellt. „Meistens schreibe ich meine Songs abends, wenn meine Tochter schläft. Das brauche ich nach meinem Arbeitstag zum Runterkommen.“ Ein Aufnahmestudio oder wie auch immer der Laie sich das vorstellt, benötigt der in Roggendorf angestellte Schlosser dafür nicht. Laptop, Kopfhörer, eine gute Idee. Und so entstünden traurige Lieder, wenn er traurig ist und fröhliche, wenn er gut drauf ist. Er hat sogar schon mal einen Weihnachts-Rap geschrieben.

„Ich habe schon oft darüber nachgedacht, einen Song über Gadebusch zu schreiben. Themen gibt es ja genug, beispielsweise die Windkraftanlagen, die hier gebaut werden sollen. Das ist doch ein Unding. Die gehören da nicht hin“, so der Musiker. Gern würde er auch mit Schülern der hiesigen Förderschule ein gemeinsames Musikprojekt realisieren, einen Song einspielen. Mit den Kids könne man bestimmt total gut zusammenarbeiten.

Fazit: Rapper sind nicht zwingend böse Menschen. Sie fühlen sich wohl in einer Drei-Zimmer-Plattenbauwohnung aus DDR-Zeiten, gehen einer geregelten Arbeit nach und übernehmen soziale Verantwortung. 

Was ist Rap?
Der Rap ist ein Sprechgesang, gehört zur Kultur des Hip-Hop und entstammt ursprünglich der afroamerikanischen Kultur. Etwa Ende der 1960er Jahre sagten in den afroamerikanischen Großstadtghettos wie in New York die Discjockeys die Musikstücke an und machten Sprüche in einer der Jugend damals zugänglichen Umgangssprache. Vermehrt taten sie dies in Reimen zu dem Rhythmus der jeweiligen Musik, die sie gerade auflegten. Diese Rap-Einlagen wurden immer länger und gehaltvoller, bis ganze Geschichten gerappt wurden. Der Rap beinhaltet heute immer mehr politische und soziale Themen.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen