Wedendorf : Ringreiten mit langer Tradition

Die Nesowerin Sophie Krimmling schaffte zwar einige gute Durchgänge, am Ende reichte es aber nicht zu einem vorderen Platz.
Die Nesowerin Sophie Krimmling schaffte zwar einige gute Durchgänge, am Ende reichte es aber nicht zu einem vorderen Platz.

Wedendorfer organisieren Wettbewerb seit Mitte der fünfziger Jahre: Für heruntergefallene Reiter gab es einen Semmelkranz

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17. Juli 2018, 05:00 Uhr

Das Ringreiten hat sich in Wedendorf nicht nur über die Wendezeit gehalten, sondern schreibt mittlerweile eine mehr als 60-jährige Geschichte in dem kleinen Dorf Kirch Grambow. Die beiden unmittelbar ineinander übergehenden Orte hatten bereits 1954 das Ringreiten für sich entdeckt und sind dem bis heute treu geblieben. Auch jetzt kamen wieder mehr als 30 Reiterinnen und Reiter, um die Siegerpokale mit nach Hause zu nehmen.

Karl Hilke hob in den 1950er-Jahren das Ringreiten aus der Taufe. „Damals waren wir noch in Kirch Grambow, wo jetzt der Neubau steht, auf dem Sportplatz unterwegs“, erklärte der Sohn von Karl Hilke, Wilhelm. Der ist heute 82 Jahre alt und ritt damals als Zwölfjähriger selbst mit, bekam dafür extra schulfrei. „Wir hatten sonnabends noch Schule und das Ringreiten ging währenddessen los. Also bat ich den Direktor um frei“, sagte Wilhelm Hilke. Doch damit nahm die Geschichte erst ihren Lauf, denn Hilke gewann das Ringreiten und setzte sich gegen deutlich ältere Konkurrenz durch. Als Belohnung erlaubte ihm der Schulleiter einen Besuch der anschließenden Tanzveranstaltung im Schloss. „Das war schon ein tolles Erlebnis damals“, sagte der Wedendorfer. Zusammen mit Ehefrau Christfriede übernahm er Jahre später selbst die Organisation des Ringreitens. 24 Jahre lang luden sie und ihre Helfer jedes Jahr nun nach Kirch Grambow ein, denn hierher wurde das Ringreiten Mitte der 1970-er Jahren verlegt. „Damals gab es für die vom Pferd gefallenen Reiter immer noch einen Semmelkranz, damit sie sich stärken konnten und nicht mehr vom Pferd fallen, doch den brauchen wir jetzt nicht mehr binden. Die Reiter sind deutlich sicherer geworden“, sagte Wilhelm Hilke.

Im Jahre 2000 war dann Schluss, Kerstin Boldt, bekannt und erfolgreich auch als Voltigiertrainerin, übernahm vor nun auch schon wieder 18 Jahren die Organisation und moderierte am Sonntag selbst die Ritte der Beteiligten. Doch Familie Hilke ist auch heute, 60 Jahre später, noch vertreten. „Unsere Enkel machen gerne mit, konnten aber heute nicht“, sagte Christfriede Hilke. Sie sah wie 300 weitere Zuschauer am Ende einen Sieg der Großenhoferin Sandy Höhn. Sie gewann vor der Schönfelderin Marlene Rosenhein und Franziska Jäger aus Tarnewitzerhagen.

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