Neue Schätze im Archiv : Reich gedeckter Gabentisch

Verfrühtes Weihnachtsgeschenk des Archivvereins: Dr. Nils Jörn freut sich über die ersten Exponate aus der Zirkusplakatsammlung nach der Restaurierung.
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Verfrühtes Weihnachtsgeschenk des Archivvereins: Dr. Nils Jörn freut sich über die ersten Exponate aus der Zirkusplakatsammlung nach der Restaurierung.

„Weihnachten vor Gericht“ heißt ein neues Buch. Nils Jörn hat dort wieder einige der Gerichtsurteile aus dem Wismarer Tribunal verarbeitet.

svz.de von
09. Dezember 2013, 11:00 Uhr

Im Stadtarchiv der Kreisstadt war der Bärtige jetzt schon. Im Gepäck hatte er restauriertes Archivgut, neue Postkarten und ein richtig „böses“ Wismarer Weihnachtsbuch.

„Jetzt kann man die Plakate wieder anfassen“, freut sich Stadtarchivar Dr. Nils Jörn. 50 Plakate aus der beeindruckenden Zirkusplakatsammlung des Wismarer Archivs sind gerade vom Papierrestaurator wieder zurück gekommen. „Vorher zerbröselte das Papier schon beim Ansehen!“, beschreibt Historiker Jörn. Die Säure im Papier des 19. Jahrhunderts hat es mehr und mehr zersetzt.

Die ersten 50 Plakate aus der viel größeren Sammlung war die erste große gute Tat des gerade Anfang des Jahres gegründeten Vereins „Freunde und Förderer des Archivs der Hansestadt Wismar e.V.“ - kurz Archivverein. Die 1500 Euro für den Papierrestaurator haben die Vereinsmitglieder über Spenden, Veranstaltungen und Verkaufsaktionen selbst erwirtschaftet. Bis Weihnachten könnte das Vereinskonto noch anständig wachsen. Denn es wurden wieder historische Postkarten aus Wismar reproduziert. Inzwischen sind es über 20 Postkartenmotive. Zu den bekannten Motiven sind neue dazu gekommen – Winter-, Weihnachts- und Silvestermotive aus Wismar. Dazu die drei Posterreproduktionen als besondere Geschenkidee. „Wir sind sehr froh, dass wir beim Kunsthandwerkermarkt in der Markthalle am Alten Hafen dabei sein konnten“, so Nils Jörn.

Das neuste Werk des Vereins liegt bereits in der Druckerei. „Weihnachten vor Gericht“ heißt das Buch. Nils Jörn hat dort wieder einige der Gerichtsurteile aus dem Wismarer Tribunal verarbeitet. Er verspricht die „bösesten Weihnachtsgeschichten aus Wismar“. Eben die Weihnachtsharmonie in Vollendung: „Verwandte, die man nur sucht, um sie für tot erklären zu können und zu beerben. Hypochonder, die als Anwälte arbeiten oder eben nicht arbeiten, Ehebrecher, die so unverschämt sind, trotzdem Zinsen von der Mitgift zu fordern – das und vieles mehr passierte zu Weihnachten in dieser Stadt!“

Dazu runden stimmungsvolle – aktuelle – Wismarbilder das Büchlein ab. Der Verein möchte, wenn der Verkauf läuft, eine ganze Reihe mit Geschichten aus Wismars Geschichte veröffentlichen, immer für den guten Zweck. Am 11.12. um 19 Uhr findet deswegen die weihnachtliche Buchpremiere im Archiv statt. Mehr Informationen wie immer im Internet unter www.archivverein-wismar.de

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