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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. Oktober 2017 | 07:38 Uhr

Sanierung : Rehnas Bahnhof hat geöffnet

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hunderte Besucher am Tag der Eröffnung dabei. Ehemalige Güterhalle zum Veranstaltungsraum umgebaut

svz.de von
erstellt am 24.Jun.2014 | 00:00 Uhr

Als Bodo Lange Ende der 1950er Jahre auf dem Rehnaer Bahnhof stand, gab er mit Trillerpfeife und Kelle Signale zum Halt oder zur Weiterfahrt der Regionalzüge. Wenn der 74-Jährige heutzutage auf „seinem“ Bahnhof vorbeischaut, macht er das aus Neugier. Denn die Brüder Matthias und Michael Maack haben in jahrelangen Bemühungen das Gebäude von Grund auf saniert. Hunderte Bürger feierten mit den neuen Betreibern am Wochenende die Wiedereröffnung der historischen Bauwerke der ehemaligen Friedrich-Franz-Eisenbahn. Die nahm 1897 ihren Betrieb von Schwerin nach Rehna auf.

Bodo Lange ist ein Rehnaer Urgestein und eng mit der Geschichte der Bahn verwoben. „Von 1955 bis 1958 habe ich hier gelernt. Schon mein Vater war hier 20 Jahre Bahnhofsvorsteher“, erzählt der bis 1995 als Zugführer tätige Rentner. Peter Falow, Besucher und ehemaliger Lokführer, ergänzt: „Als ich hier mit dem Zug ankam, hat Bodo in weißem Pullover die Lok geputzt.“ Den Schweriner Peter Falow (79) und den Rehnaer Bodo Lange verbindet seitdem eine jahrzehntelange Freundschaft. Am Sonntag gab es ein Wiedersehen in Rehna. Im sanierten Bauwerk hat sich einiges verändert, aber die Erinnerungen sind geblieben. „Wir konnten Bodo sogar zu einem Foto für die Empfangshalle unseres Bahnhofes überreden“, erzählt Matthias Maack. Jetzt ziert sein Portrait fast lebensgroß den ehemaligen Fahrkartenschalter. Als Besucher könnte man fast denken, Bodo Lange würde heute noch die Fahrkarten verkaufen und kontrollieren.

Für die Brüder Matthias (45) und Michael (33) Maack geht mit der Eröffnung des Güterbahnhofes ein kleiner Traum in Erfüllung. „Von 2004 bis 2007 dauerte die Prozedur, bis wir das Gelände kaufen durften. Dann haben wir noch einmal 20 Monate auf die Baugenehmigung gewartet“, erklärt Matthias Maack. Erst im Oktober vergangenen Jahres begannen die Umbauarbeiten.

Alles brauche eben seine Zeit. Nicht anders liest sich die Firmengeschichte der Familie Maack. Aus der Arbeitslosigkeit heraus eröffnete Vater Werner einen Getränkemarkt auf 80 Quadratmetern. „Anschließend sind wir als Familie voll mit eingestiegen“, erinnert sich Matthias Maack. Zehn Sitzbankgarnituren zählten zu den ersten Verleihobjekten, dann wurde das Ladengeschäft vergrößert, eine erste Hochzeit ausgestattet. „Den Leuten hat es gefallen und somit sind wird als Veranstaltungsorganisator gestartet. Aus der Hochzeit wurde das erste Dorffest. Hinzu kam der eigene Fuhrpark, damit wir die Ware vor Ort bringen konnten“, so Maack. 2006 startete das erste Open-Air mit „Cora“ und Mickie Krause, im vergangenen Jahr reiste Nena mit Band an, der bisherige Höhepunkt im Veranstaltungskalender.

Darüber hinaus entstanden neue Geschäftsräume am Bahnhof, die den Erwerb der historischen Bausubstanz beinhalteten. „Nur so war das Vorhaben Getränkemarkt in den Jahren 2009/2010 realisierbar. Die Bahn verkaufte nur komplett“, erzählt Matthias Maack. Mit EU-Fördermitteln gelang es letztlich, ein Konzept zur Instandhaltung und zum Umbau der historischen Bausubstanz zu entwickeln. In einem Dreivierteljahr war es möglich, die ehemalige Güterabfertigung in einen Gastraum für Veranstaltungen zu wandeln – und so die Historie mit dem modernen Nutzungskonzept zu vereinen. „Darauf sind wir besonders stolz“, erzählt Michael Maack und setzt sich in den Nachbau eines Zugabteils mit originalen Holzbänken, den damaligen Heizkörpern und einer Notbremseinrichtung. Nicht weniger begeistert sind die Gäste. Sie freuen sich, dass nach einer umfangreich sanierten und mit Leben erfüllten Klosteranlage ein weiteres historisches und nutzbares Gebäude sich in der Stadt befindet.

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