Stadtvertreter: Strecke Schwerin-Rehna muss Bestand haben : Rehnaer wollen nicht aufs Abstellgleis

Zwischen Rehna und Schwerin pendeln täglich Züge der Ola. Rehnaer Stadtvertreter drängen darauf, dass diese Verbindung erhalten bleibt. Michael Schmidt
Zwischen Rehna und Schwerin pendeln täglich Züge der Ola. Rehnaer Stadtvertreter drängen darauf, dass diese Verbindung erhalten bleibt. Michael Schmidt

Kommunalpolitiker aus Rehna haben sich fraktionsübergreifend für den Erhalt der Bahnstrecke Rehna-Schwerin ausgesprochen. In einem Brief fordern sie Infrastruktur-Minister Volker Schlotmann auf, zu seinem Wort zu stehen.

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28. September 2012, 09:45 Uhr

Rehna | Kommunalpolitiker aus Rehna haben sich fraktionsübergreifend für den Erhalt der Bahnstrecke Rehna-Schwerin ausgesprochen. In einem von Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg unterzeichneten Brief fordern sie Infrastruktur-Minister Volker Schlotmann auf, zu seinem Wort zu stehen und den Streckenabschnitt Gadebusch-Rehna nicht erneut für die Zeit nach 2014 in Frage zu stellen.

In dem Schreiben an Schlotmann heißt es unter anderem: "Nicht nur, dass unsere Hoffnung, die für uns so wichtige Verbindung nach Lübeck doch noch realisiert zu bekommen, im Moment wenig Nahrung erhält, müssen wir jetzt auch noch zittern, ob die Verbindung nach Schwerin (...) erhalten bleibt." In der immer älter werdenden Gesellschaft sei der Erhalt der Mobilität ein wesentlicher Faktor der Daseinsvorsorge, dem sich die Politik nicht entziehen könne und dürfe.

Die Rehnaer Stadtvertreter verweisen auch auf ein Schreiben von Schlotmann vom 17. Juli 2009. Darin soll der SPD-Politiker dem inzwischen verstorbenen Hans Werner aus Benzin den Streckenerhalt schriftlich bestätigt und die Bedienung des Abschnitts Rehna - Gadebusch bis mindestens Dezember 2024 zugesichert haben.

Nach Angaben des Stadtvertreters Martin Reininghaus ist die Sorge nach wie vor da, dass im Rahmen von Einsparüberlegungen die Strecke bis Rehna mindestens ausgedünnt wird. "Der Trend geht klar in diese Richtung, das ist bedrohlich", so Reininghaus. Wenigstens die Bahnanbindung nach Schwerin müsse erhalten bleiben. Ausgelöst durch die erneute Diskussion über den Weiterbetrieb des Abschnitts Rehna-Gadebusch, wandten sich auch besorgte Eltern an die Stadtvertretung. Sie verweisen auf die Wichtigkeit der Strecke für Kinder und Jugendliche, die in Schwerin zum Gymnasium gehen bzw. einen Ausbildungsplatz in Gadebusch gefunden haben.

Ministeriumssprecher Steffen Wehner erklärte auf Anfrage: "Es wird niemand abgehängt. Wir sind froh über jeden Einwand, damit wir darauf eingehen können. Im Moment ist die Situation so, dass ausgelotet wird, was künftig möglich sein könnte." Kein Geheimnis ist, dass Fahrgastzahlen und der Ausbauzustand der Strecke dabei eine Rolle spielen.

Was mit Strecken mit geringen Fahrgastzahlen geschehen kann, wird im Kreis Mecklenburgische Seenplatte deutlich. Dort wird es künftig keinen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) mehr zwischen Neustrelitz und Mirow geben. Stattdessen setzt Infratsrukturminister Schlotmann dort auf ein integriertes Modellprojekt: Der Kern des Projektes besteht darin, dass anstelle ursprünglich regulärer SPNV-Leistungen ein integriertes Konzept, bestehend aus Eisenbahn- und Busverkehr sowie touristischem Verkehr, zum Tragen kommt. "Bus und Bahn dürfen nicht als Wettbewerber betrachtet werden, sondern es muss aus einem gemeinsamen Ansatz heraus der größtmögliche Nutzen für die Region erzielt werden", sagt Infrstrukturminister Volker Schlotmann über das Modellprojekt.

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