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Im Gerichtssaal des Klosters : Rehna will Wandmalerei retten

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Reste einer jahrhundertealten, drei mal 1,70 Meter großen, Wandmalerei sollen im Kloster Rehna erhalten werden. Darauf verständigten sich gestern Vertreter der Stadt, des Amtes und Experten des Denkmalschutzes.

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erstellt am 22.Feb.2013 | 10:35 Uhr

Rehna | Reste einer jahrhundertealten Wandmalerei sollen im Kloster Rehna erhalten werden. Darauf verständigten sich gestern Vertreter der Stadt, des Amtes und Experten des Denkmalschutzes. Zuvor hatte der Klosterverein die Stadt um Hilfe gebeten, da auf einer Fläche von rund drei Meter mal 1,70 Meter immer wieder Teilstücke der Schicht herausfielen, auf denen noch die Reste der Malerei zu sehen sind.

"Man sieht, dass es bröselt", sagte gestern Dipl.-Restauratorin Annette Seiffert. Sie und der Wismarer Hochschulprofessor Frank Braun sprachen sich in einem ersten Schritt für eine Klimamessung in dem Gerichtssaal des Propsteigebäudes aus. "Das Problem ist, dass aus dem Mauerwerk nach und nach die Feuchtigkeit herauskommt, die sich über die Jahrhunderte hier angesammelt hat. Selbst wenn hier keine Heizung drin wäre, ist es jetzt trockener, als es hier jemals gewesen ist", verdeutlichte Prof. Dr.-Ing. Frank Braun. Nach seinen Angaben besteht trotz seines positiven Grundeindrucks Handlungsbedarf, um die Wandmalerei zu erhalten. Darüber hinaus plädiert Braun dafür, den Bereich der Wandmalerei abzugrenzen, damit die wertvolle Malerei nicht von Besuchern berührt und weiter beschädigt werde. Auch das Aufstellen von Lüftungsregeln für den Raum sei sinnvoll. Er und Restauratorin Annette Seiffert hätten schlimmere Schäden erwartet.

Braun sprach in Rehna auch von der Last des Erbes: "Sie haben hier im wahrsten Sinne des Wortes Millionen investiert und wenn Sie mittel- und langfristig denken, muss jedes Jahr eine kleine Summe beiseite gelegt werden, um zu vermeiden, dass man in 30 Jahren eben wieder Millionen investieren muss. Sie werden nicht umhin kommen, hier Kontinuität auf einem sehr niedrigen Niveau reinzubringen. Schon mit 2000 Euro pro Jahr kann man hier eine ganze Menge machen", so Braun. Er regte in diesem Zusammenhang die Kontaktaufnahme mit der Stiftung Denkmalschutz an.

Das Treffen mit den Experten in der Stadt Rehna hatte Bürgermeister Hans Jochen Oldenburg organisiert. Nach seinen Angaben soll ein Kostenvoranschlag auf fachkundiger Basis erstellt werden, um einen Überblick über notwendige Arbeiten erhalten zu können. Ziel müsse es sein, die Wandmalerei langfristig zu erhalten. Das Vor-Ort-Treffen fand gestern in dem Raum des Klosters statt, in dem früher Gerichte ihre Urteile fällten und über das Schicksal vieler Menschen entschieden. Vor einigen Jahren, als dieser Raum umfangreich restauriert wurde, kamen die Malereien zum Vorschein, denn lange Zeit waren sie hinter einer Holzwand versteckt. Auf dem unteren Teil ist eine Vorhangmalerei zu sehen. Auf dem oberen Teil der Wandmalerei ist Christus mit Schwert und Lilie zu sehen, der von zwei Heiligen flankiert wird.

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