Abfall : Rehna öffnet Gründeponie

Knickpflege bei  Löwitz: Hier wurde der Holzschnitt geschoben und verbrannt.
Knickpflege bei Löwitz: Hier wurde der Holzschnitt geschoben und verbrannt.

Zum Schreddern der Hecken fehlt starke Technik. Dienstleister übernehmen den Rückschnitt

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14. März 2014, 00:00 Uhr

Halbzeit beim Frühjahrsputz im Garten: Zumindest bis Ende März dürfen Kleingärtner nicht kompostierbare Gartenabfälle verbrennen. Eine Regelung, die in Teilen auch auf die Amtshöfe in der Region zutrifft. Problematisch wird es, wenn vorwiegend feuchtes Holz und Laub für Rauchschwaden in der Landschaft sorgen. Da bleiben Beschwerden nicht aus. Zahlreiche Leser regten eine Verwertung von Schnittgut als Hackschnitzel an, zumindest was den öffentlichen Bereich betrifft. Nicht immer praktizierbar, sagt Michael Jürß, Leiter des Amtshofes in Rehna. Grund: Die Ausstattung des Maschinenparks und die Betriebskosten für Maschinen und Personal sprechen dagegen.

Immerhin: Ab dem kommenden Wochenende (15. März) öffnet die Gründeponie des Amtes Rehna. „In Absprache mit dem Umweltausschuss der Stadt wurde über eine vorfristige Öffnung entschieden“, sagt Bernd Karnatz, Leiter Haupt- und Ordnungsamt. Geöffnet hat die Annahmestelle vorerst nur samstags in der Zeit von 10 bis 12 Uhr. Über eine Annahme am Mittwoch wird in den kommenden Wochen beraten. Ziel der seit 2011 praktizierten Verwertung von Gartenabfällen sei die Verringerung der Umweltbelastung. Eine gelungene Aktion, meint Rehnas Bürgermeister Hans-Jochen Oldenburg: „Es liegt weniger Müll in der Landschaft“, was für ihn auch auf eine umfassendere Nutzung der Annahmestelle zurückzuführen ist. Oldenburg weiter: „Es ist keine reine Stadtdeponie. Alle Bürger des Amtes haben die Chance, ihre Gartenabfälle kostenlos abzugeben.“

Davon machten im vergangenen Jahr zahlreiche Kleingärtner Gebrauch. „Insgesamt wurden 300 Tonen Grünschnitt abgegeben, in Container verfrachtet und an das Unternehmen GER zur Kompostierung abgegeben“, sagt Bernd Karnatz. Allein 80 Prozent der Gartenabfälle stammen aus dem öffentlichen Bereich und von Bürgern der Stadt Rehna. Insgesamt schlägt die Sortierung des Schnittgutes mit 4000 Euro zu Buche. Durch eine Erfassung der Fahrzeuge, erhalten die Gemeinden zwischen Schlagsdorf und Wedendorfersee eine Kostenaufstellung. „Aus Rehnaer Sicht rechnet sich die kostenlose Annahme. Allein für das Schieben der alten Deponie, das Heraussammeln von Schutt, musste die Stadt ähnliche hohe Geldbeträge bereitstellen.“

Die Pflege der Knicks an den Wanderwegen und Hecken im öffentlichen Bereich wird auch in Zukunft zweigleisig gefahren. Michael Jürß: „Ein Schreddern der Baumreste und Sträucher ist nicht in jedem Fall finanzierbar.“ Angesichts der vom Amtshof bewirtschafteten Fläche würde sich solch ein Vorhaben nur schwer realisieren lassen. Allein im Amtsgebiet Rehna bewirtschaftet der Amtshof 120 Kilometer Straßen und Wege. „Die anfallenden Holzreste für die Abnahme durch Bürger zu schreddern ist zu teuer, denn unsere Technik ist dafür nicht ausgelegt. Allein das Schärfen der Messer ist kostenintensiv“, betont Jürß. Zumindest für die Eigenversorgung des Amtshofes werde Schreddergut gewonnen. Folglich verbrennt auch der Amtshof Schnittgut dort, wo beispielsweise Technik von Unternehmen nicht herankommt.

„Wir nutzen dennoch Alternativen“, sagt Karnatz und verweist auf die Kooperation mit einem Unternehmen bei Brützkow. Dort habe vor wenigen Tagen eine Fachfirma kostenneutral die Knickpflege übernommen und im Gegenzug das Schreddergut verwertet.


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