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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 04:43 Uhr

Gadebusch : Regenwasserkanal erneut dicht

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Starkregen spülte Kies und Sand in die Rohre. Stadt Gadebusch will in den kommenden Tagen Leitungen spülen lassen

von
erstellt am 12.Jun.2014 | 00:16 Uhr

Von einer touristischen Neuorientierung als Lagunenstadt ist Gadebusch weit entfernt, aber für Sven Jäger, Anwohner der Lübschen Straße, ist der Weg nicht mehr allzu weit. Nach dem Unwetter am Pfingstwochenende steigt die Gefahr einer erneuten Überflutung von Geschäfts- und Wohnräumen am tiefsten Punkt der Lübschen Straße. Grund: Zahlreiche Wasserabläufe sind erneut versandet, zugesetzt. „Es ist ja schön, dass die Stadt die Straße oberflächlich reinigt. Das Hauptproblem bleiben die Abläufe. Die Rohre der Gullys sind erneut verstopft“, sagt Jäger und moniert das oberflächliche Handeln der Kommune. Jäger musste beim Unwetter mit ansehen, wie das Wasser der Straße in sein Haus lief, aus den Abflussstutzen in Wanne und Waschbecken drückte. Die Stadt Gadebusch hatte zwar vorgesorgt, legte für den Regenwasserkanal einen Bypass, der am Sonntag Schlimmeres verhinderte. Das Grundproblem scheint jedoch angesichts der Versandung weiter ungeklärt. Bauhofsleiter Uwe Tews ist das Problem bekannt: „Wir werden eine Spezialfirma beauftragen und die Leitungen spülen lassen.“

Im Amt Gadebusch ist das Thema Regenentwässerung ebenfalls nicht neu. Sachbearbeiter Holger Saupe macht deutlich, dass das Verlegen weiterer Rohre angesichts der Leitungsdichte schwierig ist. „Es wurde 2013 das getan, was möglich ist. Eine komplette Entlastung wird sich erst mit baulichen Veränderungen in der Roggendorfer Chaussee herbeiführen lassen.“ Ein millionenschweres Projekt, das die Stadt Gadebusch aus eigener Tasche nicht finanzieren kann. Folglich muss Gadebusch auf die Zusage von Fördergeldern warten, denn die Neugestaltung der Kreuzung Jarmstorfer Straße/Roggendorfer Chaussee ist baulich aufwendig. „Das Konzept steht. Die Finanzierung nicht. Vorgesehen ist, die Regenwasserleitung von derzeit 500 auf 800 Millimeter in Richtung Wakenstädter Weg und weiter zur Radegast auszubauen“, so Saupe. Dies bewirke eine Entlastung der Rohrleitung Lübsche Straße.

Ob all die angedachten Erweiterungen im Leitungsbau die Folgen von Unwettern in die richtigen Bahnen leiten können, kann in Gadebusch niemand vorhersagen. Fakt ist, die Zusatzleitung Lübsche Straße hat das Wasser des jüngsten Unwetters zügiger abgeführt. Dafür wird in Zukunft eine regelmäßige Wartung des Systems erforderlich sein. Ein grundlegendes Problem bleibt nach Ansicht von Bauexperten die anhaltende Versiegelung von Flächen. Folglich kann Regenwasser nicht versickern, wird kanalisiert und fließt über betonierte Straßen und Wege ab.

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