Raddingsdorf : Raser sorgen für Angst und Ärger

Erika Dwelk geht mit ihrer Spitzdame Lilly nicht mehr an der Straße spazieren.
Erika Dwelk geht mit ihrer Spitzdame Lilly nicht mehr an der Straße spazieren.

Leserin beschwert sich beim „heißen Draht“ der SVZ über zu schnell fahrende Autos / Polizei sagt Kontrollen zu

svz.de von
30. Juli 2014, 00:01 Uhr

Wenn Erika Dwelk mit ihrer Spitzdame Lilly spazieren geht, dann nicht mehr an der Raddingsdorfer Dörpstraat. „Einmal ist ein Auto so nah an uns vorbei gefahren, dass es meine Jacke gestreift hat und Lilly vom Windzug in den Graben geschleudert wurde“, erzählt die 73-Jährige.

Über den vielen Verkehr auf der Straße ärgert sich die Raddingsdorferin schon lange. Doch was sie zudem richtig ängstigt, sei das Tempo mit dem viele Autofahrer durch den Ort fahren würden. „Das ist eine Rennbahn. Die rasen hier durch. Das geht doch nicht. Ich habe immer so Angst, dass sie mal eines der Kinder auf dem Fahrrad erwischen“, sagt sie. „Morgens um halb vier brettert hier jeden Tag einer durch, ich warte immer nur auf den Knall, aber er scheint zum Glück jedes Mal die Kurve zu kriegen.“

Seit Mai dieses Jahres sei die Situation besonders schlimm, sagt Erika Dwelk. Deshalb habe sie bereits beim Amt vorgesprochen. Passiert sei bis heute nichts, sagt sie. „Wir haben beim Landkreis einen Antrag gestellt, dass in Raddingsdorf Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen werden“, sagt Martin Kalugin vom Amt Rehna. „Die Anzahl der Überschreitungen sei aber nur marginal gewesen, wurde mir mitgeteilt.“

Der Kreuzungsbereich Raddingsdorf sei kein Unfallschwerpunkt, sagt Petra Rappen von der Pressestelle des Landkreises Nordwestmecklenburg. „Die Messbeauftragten sind vor Ort gewesen und haben sich diese Kreuzung angeschaut.“ Ein direktes Messen im Kreuzungsbereich sei jedoch nicht möglich gewesen, da das Messfahrzeug den fließenden Verkehr nicht beeinträchtigen dürfe. Messungen seien dann im Ort Raddingsdorf durchgeführt worden. „Das Amt Rehna ist über das Ergebnis und die Situation informiert worden“, erklärt Rappen. „Die Polizei wird noch entsprechend informiert. Sie wird dann auch abprüfen, ob sie technische Messungen durchführen kann.“ Zudem werde der Messbeauftragte in Raddingsdorf wieder präsent sein, so die Pressesprecherin. „Vorgesehen sind auch anonyme Verkehrsüberwachungen, um einen Überblick der Situation zu bekommen.“

Der Polizei sei die Situation in Raddingsdorf bisher nicht bekannt gewesen, sagt André Falke, Pressesprecher der Polizei Wismar. „Wir gehen Bürgerhinweisen gerne nach und versuchen dann dort tätig zu werden.“ Das Gadebuscher Revier sei umgehend unterrichtet worden, so Falke. Die Beamten würden in der kommenden Zeit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Geschwindigkeitskontrollen in Raddingsdorf vornehmen.

Bürger könnten sich an die Polizei oder den Landkreis wenden, wenn sie den Eindruck hätten, dass regelmäßige Geschwindigkeitsüberschreitungen in ihrem Ort stattfänden, erklärt der Polizist. Auch in Lützow, wo derzeit immer wieder Geschwindigkeitskontrollen vorgenommen werden, sei die Polizei einem Bürgerhinweis nachgegangen, so Falke. „Dort haben wir Übertretungen festgestellt und werden auch weiterhin Kontrollen machen.“ Oberste Priorität bei den Polizeikontrollen hätten jedoch immer Unfallschwerpunkte, erklärt der Polizeisprecher.

Erika Dwelk jedenfalls hofft, dass sich die Situation in Raddingsdorf bald ändert. Dann kann sie wieder mit Lilly an der Straße spazieren gehen, ohne Angst davor haben zu müssen, dass einem Kind, ihrem Hund oder ihr selbst etwas zustößt.


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