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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

14. Dezember 2017 | 03:42 Uhr

Rehna : Raritäten, Kurioses und Tödliches

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Pilzverein zeigt rund 300 Pilze in einer Ausstellung im Kloster

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2015 | 23:01 Uhr

Die Namen klingen unterhaltsam bis vertrackt: Rosablättriger Krempenritterling, Derber Korkstacheling, Safranblauer Schleimfuß oder Spindelfüßiger Egerling, auch als Agaricus bohusii in Büchern zu finden.

All das sind Pilze und sie alle wurden in den Wäldern rund um Rehna gefunden. Rund 300 Exemplare hat der Pilzverein Rehna am Wochenende ausgestellt.

In den Gängen des Klosters ist es kühl. Genau richtig für die Pilze, sagt Torsten Richter, Vorsitzender des Pilzvereins. Zum 16. Mal hat der Verein die Ausstellung auf die Beine gestellt und doch gibt es auch immer etwas neues, einen Pilz, den auch Torsten Richter selten zu Gesicht bekommt. Auf dem Tisch liegt ein unscheinbares Exemplar mit langem Stiel. „Das ist ein Grauhäutiger Scheidenstreifling“, sagt er. „Den habe ich selber erst einmal gefunden.“ Neben Raritäten wie diesem fand sich auch allerlei Kurioses. Der Stinkmorcheln zum Beispiel. Er wurde aber lieber in eine Plastikdose verbannt. Es stank dann doch zu sehr. Ein Stück weiter liegt die Herbsttrompete. Besonders hübsch ist sie nicht geraten, aber immer das Logo des Rehnaer Pilzvereins.

„Ich bin über die Bratpfanne zu den Pilzen gekommen“, erzählt Richter. Mit seinem Opa ist er früher durch die Wälder gezogen. Heute nimmt er seine Schüler mit. Noch heute ziehen sie im Herbst los und machen Unterricht im Wald. So begann das auch bei Alexander Glomb. Erst Schüler bei Torsten Richter, heute Pilzsachverständiger in Hamburg. Der einzige im Umkreis von 100 Kilometern, erzählt er.

Rund 150 Vergiftungen jedes Jahr zählt er. Krankenhäuser oder unsichere Pilzsammler rufen bei ihm an. Oft geht es dann darum, schnell zu sein.

Nach dem Verzehr des Grünen Knollenblätterpilzes beispielsweise bleibt nicht viel Zeit, sagt Glomb. „Ist das Gift in die Blutbahn geraten, zersetzt es die Leber.“ Zwölf Stunden später tritt der Tod ein. So wie bei Flüchtlingen in Niedersachsen. Sie hatten den Grünen Knollenblätterpilz wohl mit einem Speisepilz aus dem Mittelmeerraum verwechselt. Drei starben an der Vergiftung. Um so etwas zukünftig zu verhindern, hat die Bundesregierung ein Infoblatt erstellt. Das wird auch Torsten Richter und seinen Pilzverein erreichen. Denn auch das möchten sie mit ihrer Ausstellung erreichen: die Vielfalt in heimischen Wäldern zeigen und über Gefahren aufklären.

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