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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

12. Dezember 2017 | 09:02 Uhr

Bülow : Rätsel um nächtlichen Unfall

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Zeugen erkennen Auto des Bürgermeisters. Babbe: „Ich habe nicht darin gesessen“

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Ein geheimnisvoller, nächtlicher Verkehrsunfall beschäftigt derzeit die Einwohner von Bülow. In den frühen Morgenstunden des 27. Juli kam dort in der Schulstraße ein Auto von der schmalen Fahrbahn ab und landete in einem Baugraben. Zwar schaffte es der Fahrer, das Fahrzeug wieder aus dem Graben herauszuwühlen, doch danach entfernte er sich vom Unfallort. Zeugenhinweise brachten die Polizei schnell auf die Spur des Unfallwagens. Dieser gehört dem Bürgermeister der Gemeinde Königsfeld.

Ob Klaus Babbe in jener Nacht allerdings auch der Mann war, der hinter dem Lenkrad seines eigenen Wagens saß, ist unklar. „Es soll wohl so sein, dass mein Auto an dem Unfall beteiligt war. Ich habe nicht darin gesessen und möchte dazu auch nichts weiter sagen. Es wird schon genug gesagt und spekuliert“, sagt Klaus Babbe auf Nachfrage der SVZ. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs.

Dabei geht es offensichtlich auch um die Klärung der Frage, ob der Fahrer des Unfallwagens diesen unter dem Einfluss von Alkohol durch das nachtschlafende Bülow gelenkt hatte. Nancy Schönenberg von der Polizeiinspektion Wismar: „Die eingesetzten Beamten trafen den mutmaßlichen Fahrer in den frühen Morgenstunden in seiner Wohnung an. Weil er jedoch einen freiwilligen Atemalkoholtest verweigert hatte, nahmen sie ihn zur Entnahme einer Blutprobe mit auf das Polizeirevier nach Gadebusch.“ Dort wurde eine doppelte Blutprobenentnahme durchgeführt, danach konnte der nach Polizeiangaben 53-jährige Mann zurück nach Hause. Die Auswertung dieser Proben sei allerdings sehr aufwendig und könne deshalb gut vier Wochen Zeit in Anspruch nehmen.

Seinen Führerschein konnte der Verdächtige allerdings behalten, da nicht gesichert feststand, ob er zum Unfallzeitpunkt das Auto gelenkt hatte. „Den Führerschein können wir nur entziehen, wenn wir jemanden auf frischer Tat ertappen, er also von uns gestoppt wird“, so Nancy Schönenberg weiter.

Dafür, dass Alkohol im Spiel war, könnte der Erlass eines so genannten Pressevorbehalts durch den zuständigen Bereitschaftsstaatsanwalt sprechen. In diesem Rahmen prüft die Staatsanwaltschaft, ob und in welcher Form die Öffentlichkeit über einen Sachverhalt unterrichtet wird. „Dies geschieht u.a. immer auch dann, wenn Blutprobenentnahmen angeordnet werden müssen“, erklärt Claudia Lange. Der Pressevorbehalt wurde inzwischen zurückgenommen. Laut Aussage der Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft in Schwerin habe diese nun ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet. Weitere Auskünfte wollte die Sprecherin mit dem Hinweis auf ein laufendes Verfahren zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht geben.

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