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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. August 2017 | 14:03 Uhr

Schaalsee : Radtour in die Kneeser Niederung

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Umweltminister rührt Werbetrommel für Streckennetz zwischen den nationalen Naturlandschaften. Kritik wird an ehrgeizigen Windparkprojekten geübt.

Sonne satt und froh über ein schattiges Plätzchen in der Kneeser Niederung: Enno, Sabine und Thorben Schulz lieben das Radfahren. „Einmal im Jahr sind wir von Hamburg auf Tour. Dieses Mal stehen Mölln, der Schaalsee und die herrliche Landschaft hier bei Kneese auf dem Programm“, sagt Enno Schulz bei der Rast am Kneeser Aussichtsturm.

Eine Strecke durch das Unesco Biosphärenreservat Schaalsee, die sich gestern auch Umweltminister Till Backhaus und weitere 20 Radler auf ihren E-Bikes aussuchten. Ihr Ausflug galt dem Start für das Projekt „Wandern in Mecklenburg-Vorpommern“. Es verbindet die sieben Naturparks, drei Nationalparks und drei Biosphärenreservate in MV – ein Angebot für Touristen wie Familie Schulz aus Hamburg und Einheimische.

An Möglichkeiten Land und Leute zu entdecken, fehlt es nicht. Allein auf der gestrigen Strecke zwischen dem Arche-Hof Kneese und der Stintenburg bei Lassahn liegen fünf von Land und EU geförderte touristische Projekte. Insgesamt flossen 7,7 Millionen Euro als investive Mittel in die gesamte Region, die Wirtschaft und Naturschutz stärken sollen. Dazu zählen Zukunftsprojekte das Lebenshilfewerk Hagenow, wie Geschäftsführer Hans-Joachim Grätsch auf dem Arche-Hof Kneese verdeutlicht: „Wir beschäftigen 300 Menschen mit Behinderung an unterschiedlichen Standorten. Im Juni feiern wir in Kneese unser 25-jähriges Bestehen.“ Weitere geförderte Projekte sind die Wasserstandsregulierung in der Kneeser Niederung zur Schaffung von Kleingewässern. „Ein Lebensraum für zahlreiche bedrohte Tierarten“, so Fördervereins-Geschäftsführer Gerd Schriefer.

Ein Eingriff, der vor Jahren nicht von allen getragen wurde. Aber eine Arbeit, die erfolgreich sein kann, meint Wilhelm Hanebeck aus Zarrentin, der sich gegen zu starke Reglementierung in puncto Wanderwege einsetzte: „Man darf nicht mit dem Hammer drauf los gehen. Naturschutz kann nur mit den Menschen gelingen. Das war anfangs nicht so.“

Die Landschaft der Kneeser Niederung hat an Vielfalt gewonnen. Nicht zuletzt filtern die Kleingewässer nun Bodenbelastungen, bevor das Wasser über eine Staustufe in die Seen fließt.

Dass sich Investitionen in Äpfel lohnt, davon ist Obstbauer Jochen Schwarz überzeugt. Sein Engagement mit weiteren Akteuren zum Erhalt der Streuobstwiesen und Nutzung dieser Ressourcen brachten ihm gestern eine weiteren Förderbescheid aus dem EU-Fonds ELER in Höhe von 17 000 Euro ein. Geld allein ist es nicht, was sich die Menschen zwischen Gadebusch und dem Schaalsee wünschen. Der Ausbau der Windeignungsgebiete sorgt für Unmut. Dies auch direkt vor der Tür des Biosphärenreservates Schaalsee bei Roggendorf und nicht wenigen Punkten entlang des neuen „Wanderweg in MV“. Backhaus: „Die Energiewende ist wichtig. Allerding ist ein gesundes Maß zu finden. Eine Umzingelung wird nicht akzeptiert.“ Backhaus hält die Ausbaupläne ohne artenschutzrechtliche Prüfungen und Akzeptanz durch die Menschen für nicht überlebensfähig. 

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erstellt am 10.Mai.2016 | 21:07 Uhr

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