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Zwischen Gadebusch und Wismar : Radpisten – nur eine teure Option?

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Trotz mittlerweile gut ausgebauter Wege fahren viele Radler auf der Straße. Unter bestimmten Umständen ist das auch erlaubt.

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2017 | 04:45 Uhr

Ostermontag-Abend: Ein Mofafahrer tuckert mit seinem Fahrzeug die Bundesstraße entlang. Links neben und mit ihm Händchen haltend rollt eine Radfahrerin. Dieses idyllische Bild schildert ein SVZ-Leser. Parallel zur Bundesstraße verläuft ein gut ausgebauter Radweg, der eigentlich von den beiden hätte genutzt werden können. Und auch müssen? „Ja eindeutig, zumindest die Radfahrerin hätte den Radweg benutzen müssen. Dem Mofafahrer hingegen ist es frei gestellt, ob er auf der Straße oder dem Radweg fährt“, sagt Polizeisprecherin Nancy Schönenberg. Zwischen 20 und 35 Euro Bußgeld kostet es, wenn sich nicht an die Radwegnutzungspflicht gehalten wird. „Wir kontrollieren das im Rahmen unseres Streifendienstes, werden aber auch bereits im Vorfeld präventiv tätig“, so Schönenberg.

Marie-Anne Schlaberg vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Wismar führt an, dass eine bestimmte Gruppe von Radlern von der Benutzungspflicht ausgenommen seien: „Rennradfahrer dürfen am Tag auf der Straße fahren, auch wenn ein Radweg vorhanden ist“, so die Ortsvereinsvorsitzende auf Nachfrage der SVZ. Hier irrt sie jedoch, wie selbst auf der Internetseite des ADFC nachzulesen ist: „Die Straßenverkehrsordnung (StVO) kennt keine Ausnahmeregelung von der Radwegebenutzungspflicht, die unmittelbar an bestimmte Fahrradtypen geknüpft ist.“ Allerdings sei das ein recht weit verbreiteter Irrglaube.

Aber es gibt andere Faktoren die es erlauben, einen vorhandenen Radweg nicht zu nutzen und auf die Fahrbahn auszuweichen: „Die Benutzungspflicht ist seit der Novelle der Straßenverkehrsordnung von 1998 nur noch dann gegeben, wenn der Radweg durch ein blaues Schild gekennzeichnet ist. Wo dies fehlt, darf auch bei vorhandenem Radweg die Fahrbahn benutzt werden (sogenannte „andere Radwege“ mit freiwilliger Benutzung gemäß § 2, Absatz 4, Satz 3 StVO)“, wird auf den Seiten des ADFC aufgeklärt. Auch geschlossene Verbände ab 16 Radfahrern dürfen die Fahrbahn zu zweit nebeneinander befahren. Wenn ein als benutzungspflichtig ausgeschilderter Radweg objektiv unbenutzbar ist, muss man ihn ebenfalls nicht befahren. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn er vereist, von Pflanzen überwuchert oder von falsch geparkten Autos blockiert ist. „Ich rate meinen Mitgliedern aber, die Radwege zu nutzen wo sie vorhanden sind“, sagt Wismars ADFC-Vorsitzende Marie-Anne Schlaberg.

Dass sich relativ oft nicht an diese Vorschriften und Gebote von einigen Radfahrern gehalten wird, ist sowohl im Umkreis von Gadebusch im Bereich der Bundesstraßen 104 und 208 beinahe täglich zu beobachten und wird auch von Schlaberg bestätigt.

Allein der Landkreis Nordwestmecklenburg hat besonders in den Jahren 2013/2014 mehr als 2,3 Millionen Euro für den Neubau kreiseigener Radwege ausgegeben. „Umfangreiche Radwegebaumaßnahmen des Landkreises Nordwestmecklenburg erfolgten in diesen Jahren im Raum Lützow, Schlagsdorfund Grambow“, erklärt Landkreissprecherin Petra Rappen. Hinzu kommen weitere Gelder in Millionenhöhe von Bund und Land für Radwege entlang der Bundes- und Landesstraßen.

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