Etappenhalt in Gadebusch : Radfahren gegen die Depression

Teilnehmer der diesjährigen Mut-Tour vor dem Rathaus in Gadebusch. In der Mitte Projekt- und Tourleiter Sebastian Burger (3.v.r.).
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Teilnehmer der diesjährigen Mut-Tour vor dem Rathaus in Gadebusch. In der Mitte Projekt- und Tourleiter Sebastian Burger (3.v.r.).

Die 3. Mut-Tour macht auf ihrem Weg von Heidelberg nach Bremen Station in der Münzstadt. Gespräche an Etappenorten mit Betroffenen

svz.de von
18. August 2016, 21:00 Uhr

Eine bunte Truppe Fahrradfahrer, teils mit Tandems und schwer beladen, aber auch mit bunten Luftballons geschmückt, machte Halt am Rathaus. Etliche Kilometer hatten sie hinter sich, allein an diesem Tag von Wismar nach Schwerin und dann sollte es noch weiter bis nach Klein Hundorf gehen, wo das Nachtlager aufgeschlagen wurde.

Sie sind Teilnehmer der Mut-Tour, Deutschlands erstes Aktionsprogramm auf Rädern, das seit 2012 durch alle
Bundesländer fährt und einen Beitrag zur Entstigmatisierung der Depression als Erkrankung leistet. „Ziel ist es, Menschen mit und ohne Depressionserfahrungen zusammenzubringen und gemeinsam in Bewegung zu sein“, erklärt Projekt- und Tourleiter Sebastian Burger.

Die dreimonatige Staffelfahrt startete am 4. Juni in Heidelberg und endet am 3. September in Bremen. Bis dahin wollen die Teilnehmer mit den Menschen ins Gespräch kommen. „Ich bin erstaunt darüber, wie einfach es ist, mit wildfremden Menschen in Kontakt zu kommen. Sie gehen oft einfach auf uns zu“, erzählt Christine Müther aus dem nordrhein-westfälischen Dülmen. Die 54-Jährige litt selbst an Depressionen und weiß wie wichtig es ist, rechtzeitig damit nach außen zu gehen. Bei den alle zwei Jahre stattfindenden großen Mut-Touren gibt es in zahlreichen Städten Infostand- und Mitfahr-Aktionen, an denen lokale Vereine und Institutionen aus den Bereichen Psychosoziales und Fahrrad ihre Angebote präsentieren. Am Mittwoch gab es einen Aktionstag in Wismar mit einer Mitfahr-Aktion zwischen Wismar und Hohen Viecheln, organisiert durch den ADFC, und einer Infostand-Aktion in der Lübschen Straße beim Verein „Das Boot“. „Viele Mitradler begleiteten uns teilweise bis nach Schwerin, wo es ebenfalls ein Info-Event und eine Mitfahr-Aktion gab“, berichtet Burger. Nach dem letzten Zwischenstopp in Gadebusch ging es auf abenteuerlichsten Wanderwegen am Neddersee und über die Radegast nach Klein Hundorf, wo das Team mit einem tollen Sonnenuntergang und einem Rundgang durchs Dorf für die Strapazenbelohnt wurde.


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