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Neuer Bußgeldkatalog für Radfahrer : Radfahr-Sünden können teuer werden

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Pedalritter in Nordwestmecklenburg müssen noch tiefer in die Tasche greifen, wenn sie gegen Vorschriften verstoßen. Seit diesem Monat greift ein neuer Bußgeldkatalog. Hier eine Übersicht:

svz.de von
erstellt am 05.Apr.2013 | 11:46 Uhr

Gadebusch | Für Radfahrer greift seit diesem Monat ein neuer Bußgeldkatalog. Es drohen zum Teil empfindliche Strafen und Punkte in der Verkehrssünderdatei Flensburg. Wer beispielsweise in Lützow, Gadebusch oder Rehna einen Bahnübergang trotz geschlossener Schranke überquert, muss 350 Euro zahlen und kassiert vier Punkte. Darauf weist der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hin.

Auch vermeintliche Kavaliersdelikte wie das freihändige Fahren oder das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung während einer Radtour können geahndet werden. Nach Angaben des ADFC werden in solchen Fällen fünf bzw. 25 Euro fällig. Mit einem Gerichtsverfahren und dem so genannten Idiotentest müssen betrunkene Radfahrer rechnen, die mit mehr als 1,6 Promille im Blut erwischt werden. "Auch bei geringerer Alkoholisierung in Verbindung mit Ausfallerscheinungen (Fahrfehlern/Unfall) kann der Radler vor Gericht angeklagt werden", warnt der ADFC.

Einer, der seit Jahrzehnten regelmäßig aufs Rad steigt, ist der 74-jährige Ernst Schönherr aus Bestenrade. Pro Jahr spult er bis zu 5000 Kilometer mit dem Drahtesel im Landkreis Nordwestmecklenburg ab, fährt beispielsweise nach Rehna und Gadebusch. "Eine Strafe musste ich noch nie bezahlen. Ich versuche mich immer an die Vorschriften zu halten - gerade in der Stadt", sagt Schönherr. Denn dort lauern besonders viele Gefahren. "Autos können plötzlich aus Nebenstraßen oder Einfahrten kommen, Kinder und ältere Menschen unverhofft über die Straße gehen. Ich habe eine extragroße Klingel ans Fahrrad gebaut, damit man mich hört", so Schönherr. Schließlich wolle er nicht 15 Euro Strafe für eine defekte oder fehlende Klingel zahlen. Aufpassen muss Schönherr dennoch: Sobald er eine Einbahnstraße falsch herum fährt, muss er mindestens 20 Euro zahlen.


Das kosten Radfahr-Sünden*

Nichtbenutzung des beschilderten Radwegs: 20-35 Euro
Benutzung des beschilderten Radweges in nicht zugelassener Richtung: 20-35 Euro
Beleuchtungseinrichtung an Fahrrad nicht vorhanden oder defekt: 20-35 Euro
Beleuchtung trotz Dunkelheit oder schlechter Sicht nicht benutzt: 20-35 Euro
Bremsen oder Klingel nicht vorhanden oder nicht betriebsbereit: 20-35 Euro
Missachtung Rotlicht an der Ampel: 1 Punkt, 54-100 Euro
Fußgängern am Zebrastreifen das Überqueren nicht ermöglicht: 4 Punkte, 40 Euro
Bahnübergang trotz geschlossener Schranke überquert: 4 Punkte, 350 Euro
Freihändig fahren: 5 Euro
Beförderung eines Kindes ohne vorgeschriebene Sicherheitsvorrichtung: 5 Euro


(*Stand April 2013, Zusammengestellt vom ADFC, Quelle: Bundeseinheitlicher Tatbestandskatalog, 9. Auflage 2013)

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