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Verkehrserziehung Gadebusch : Quietschende Reifen auf dem Schulhof

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Förderschule absolviert mit ADAC Tag der Verkehrerziehung für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

von
erstellt am 15.Apr.2016 | 05:02 Uhr

Einmal über das Ziel hinaus schießen. Das darf sich kein Verkehrsteilnehmer erlauben. Wolfgang Reichow schon. Zumindest, wenn der Mitarbeiter des ADAC Hansa Hamburg an den Schulen in der Region Verkehrsunterricht erteilt. An der Förderschule Gadebusch erhielten gestern die Kinder und Jugendlichen der 6. und 7. Klasse praxisnahen Unterricht mit dem Programm „Achtung Auto“ zum Thema Unfallgefahren und vorausschauendes Handeln. „Kinder werden schnell abgelenkt. Für uns beginnt die Verkehrssicherheit an der Bushaltestelle“, sagt Klassenleiterin Anke Miltzow.

In einer nachgestellten Szene zeigt Wolfgang Reichow, wie ein Mitschüler dem Ruf seiner Freunde über die Straße folgt, ohne auf den Verkehr zu achten. Das Fahrzeug hätte aufgrund des kurzen Bremsweges nicht rechtzeitig halten können...

„Autos lassen sich ersetzen, auch deren Bremsen und Reifen. Ein Menschenleben ist unbezahlbar“, sagt Reichow. Seine Worte hat er bewusst ausgewählt. Er will die Augen der Jugendlichen öffnen. Das gelingt ihm mit weiteren praktischen Übungen und Demonstrationen. Lehrerin Kerstin Richter klatscht in die Hände. Die Schüler starten. Ihre Aufgabe: An der Ziellinie anhalten. Das gelingt nicht ganz. Bei einem zweiten Versuch reißt Reichow eine gelbe Fahne hoch. Auf spontane Kommandos wie diese, lässt sich nicht umgehend reagieren. Die Folge: Die Schüler bleiben erst bis zu zwei Meter hinter der Markierung stehen. „Warum?“, fragt Reichow. Der Mann in gelber Jacke erhält eine Antwort. Chantall: „Wir haben einfach zu viel Tempo gehabt.“ Einige Schüler kamen noch später zum Stehen. Niklas dazu: „Sie waren schneller. Somit gab es einen längeren Bremsweg.“ Lukas fügt noch hinzu, dass leichte Menschen schneller zum Stehen kommen als schwere.

Das Zusammenwirken von Geschwindigkeit, Reaktionszeit und Bremsweg lernen sie kurz darauf als Mitfahrer im ADAC-Aktions-Auto bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h kennen. So braucht der Kleinwagen nach dem plötzlichen Schwenken der Fahne zwölf Meter bis zum Stillstand. „Das ist nur bei besten Bedingungen möglich. Sind die Straßen regennass verlängert sich der Bremsweg“ sagt Reichow. Er freut sich über das Interesse der Kinder, die sich mit diesem Aktionstag bestens auf ihre Fahrradprüfung vorbereiten konnten. Anke Miltzow: „ Die theoretische Prüfungen absolvierten alle Schüler. Im Juli folgt die praktische Prüfung in Kooperation mit der Polizeiinspektion.“ Das Thema vorausschauendes Fahren können die Kinder gleich in die Praxis umsetzen. Ein wichtiger Punkt, so Reichow. Er wird in den kommenden Wochen weitere Schulen besuchen. Bundesweit beteiligen sich jährlich 11 5000 Schüler an dem von der Auto- und Reifenindustrie unterstütztem Programm.

 

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