FUßBall : Punkte und Noten für den Schiri

Karl-Heinz Reichert ist mit Spaß beim Sport dabei.
Karl-Heinz Reichert ist mit Spaß beim Sport dabei.

Karl-Heinz Reichert fungiert seit 35 Jahren als Beobachter des Landesfußballverbandes MV und bewertet die Unparteiischen

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13. November 2015, 23:31 Uhr

Ein Wochenende ohne Fußball, das kann sich der Gadebuscher Karl-Heinz Reichert nur schwer vorstellen. Und wenn der Ball rollt, dann darf die Leidenschaft mit dem Gadebuscher schon mal durchgehen. Mitfiebern, dabei sein, dran sein – Fußball muss gelebt werden. In den eigenen vier Wänden überlässt Ehefrau Kerstin dann schon Mal mit der Bemerkung „er ist wieder in seinem Element“ das Wohnzimmer. Reichert lacht und sagt: „Dem Fußball bin ich seit Kindheitstagen verbunden.“ Dabei legt er auf Fairness, gekoppelt mit spielerischer Leistung viel Wert. Insbesondere, wenn er als einer von 24 Beobachtern des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern am Spielfeldrand fungiert.

„Seite 1980 bin ich in dieser Funktion unterwegs“, erzählt der Gadebuscher. Wenn er beobachtet, bewertet, kritisiert, dann geht es bei den Schiris um viel: eine steile Karriere oder Verbleib in der jeweiligen Klasse.

Wer ganz nach oben, in der Oberliga oder gar Bundesliga pfeifen will, der kommt an Reichert nicht vorbei und das seit 35 Jahren. Von September bis April werden die Unparteiischen unter die Lupe genommen. „Ohne Ankündigung versteht sich“, so Reichert, der die vom Landesverband nominierten Schiris erst unmittelbar vor dem Spiel über die angesetzte Beobachtung informiert. 1044 Spiele hat Karl-Heinz Reichert in all den Jahren bewertet. Größen wie Bastian Dankert mit dem Prädikat 1. Bundesliga und Fifa-Schiedsrichter gehörten dazu. „Das ist einer, der es ganz nach oben geschafft hat“, sagt er und ist ein wenig stolz darauf. Ganz vorne und ganz oben mitlaufen sind Position, die nicht wenige Schiedsrichter aus der Kreis- oder Bezirksklasse erreichen möchten. Letztlich geht es bei den Unparteiischen in den oberen Klassen um beachtliche Vergütungen, vorausgesetzt, sie schaffen den Weg dorthin. „Fünf Bewertungen von verschiedenen Beobachtern sind erforderlich, bevor ein Schiedsrichter eine Klasse höher pfeifen darf“, so Reichert. Die Mindestpunktzahl 8,4 darf dafür nicht unterschritten werden. „Da ist Fingerspitzengefühl gefragt“, meint der Gadebuscher. In die Bewertung gelangen Regelanwendungen, deren Auslegung, taktisches Verhalten gegenüber den Spielern, die Vergabe von gelber und roter Karte, die Persönlichkeit und natürlich die körperliche Verfassung. Ein strenger Blick während des Spiels und ein offenes Wort bei der unmittelbaren Auswertung nach Spielende seien erforderlich. Die spannendste Bewertungsrunde absolvierte Reichert im März 1994 bei der Begegnung FSV Schwerin gegen Bergman Borsig Berlin. „Damals stand Fifa-Schiri Bernd Heinemann unter Beobachtung.“ Das Engagement des Gadebuschers im Fußball bleibt nicht im Verborgenen. Neben den vielen Auszeichnungen ehrt ihn das vom Landesfußballverband entgegen gebrachte Vertrauen: die Verlängerung seiner Einstufung als Schiedsrichterbeobachter um ein weiteres Jahr.  

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