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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 08:22 Uhr

Gadebusch : Prüfung der Busschule bestanden

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Grundschüler der Klasse 1a aus Gadebusch feiern erfolgreichen Abschluss: „Busengel“ mussten in 29 Fällen regulierend eingreifen

von
erstellt am 09.Jul.2016 | 04:58 Uhr

Kein Gedränge vor und im Bus, Sicherheit bei der Fahrt über Land und Schüler und Jugendliche, die sich unterstützen - darauf zielt die Busschule und das Projekt Busengel im Landkreis Nordwestmecklenburg ab.

Ihre erfolgreiche Teilnahme an der Busschule feierten gestern die Mädchen und Jungen der Klasse 1a der Grundschule Gadebusch beim kreiseigenen Betrieb Nahbus in der Münzstadt. „Für euch gibt es eine Urkunde und 100 Euro für die Klassenkasse“, so Klara Krüger, stellvertretende Landrätin. Mit dem kräftigen Ruf „Wir sind die 1a!“ und einem musikalischen Reigen bedankten sich die 21 Kinder.

„766 Schüler beteiligten sich am Projekt und ihr, die Klasse 1a, konntet heute die letzten beiden Prüfungsfragen richtig beantworten“, freut sich Krüger. Dass Bonbonpapier in den Müllkorb gehört, die Schultasche bei der Fahrt zwischen den Beinen sein und Fahrgäste sich festhalten müssen, sind nur zwei wesentliche Punkte für eine sichere Busfahrt. Wissenswertes über das richtige Aussteigen, der tote Winkel, der Notausstieg und die Gefahren im Wendekreis eines Busses, gehörten ebenso zum Lernprogramm beim Nachwuchs.

Somit ist die im Jahr 2000 als vorbeugende Maßnahme ins Leben gerufene Busschule ein wesentlicher Beitrag zum Lernen fürs Leben.

„Täglich sind 7760 Fahrschüler von insgesamt 14 109 Kindern und Jugendlichen, die im Kreis die Schule besuchen, mit dem Bus unterwegs“, so Krüger. Da ist die eine oder andere Rangelei um Sitzplätze vorprogrammiert. Allerdings nicht dort, wo die Busengel den Betrieb begleiten. Dorina Schnoor von der Regionalschule Schlagsdorf, Paul Diener von der Regionalschule Kirchdorf und Niki Laura Vogt von der Gesamtschule Dorf Mecklenburg sind drei Busengel, die an der Seite der Kraftfahrer für ein stressfreies Klima auf dem Schulweg sorgen. Auch sie wurden für ihren gesellschaftlichen Einsatz geehrt. „Im Schuljahr 2015/2016 wurden aus zehn Schulen 106 Busengel ausgebildet“, so Krüger. Es sind junge Menschen, die Gleichaltrigen mit Rat und Tat zur Seite stehen, den Busbetrieb sicherer machen. Eben genau das entlastet die Busfahrer und das ist gut so, sagen die Chefs der Busunternehmen. Das Ergebnis spricht für sich: Bei Verstößen wurden 29 Schülergespräche mit Belehrungen geführt und mussten in 13 Fällen sogar die Eltern über das Fehlverhalten ihrer Schützlinge informiert werden. Auch Dorina Schnoor griff ein: „In einem Fall wurde ein Kind vor einen Bus geschubst.“ Das gemeinsame Gespräch mit dem Schulleiter verlief erfolgreich. Heute unterstütze der Schüler die Busengel. Auch für Niki Laura Vogt ist die ehrenamtliche Tätigkeit wichtig: „Meine Mutter ist Kindergärtnerin und ich bekomme mit, dass Kinder unsicher sind , den richtigen Ausgang aus dem Bus zu finden. Andererseits belegen Schüler mit ihren Taschen die Sitzplätze. Hier gilt klarzustellen, dass sie für Mitreisende Platz zu machen haben.“

Eine Unterstützung die Hans-Jürgen Schröder als Präventionsbeamter der Polizeiinspektion Wismar lobt. „Heute geht es weniger um die Sicherheit am und im Fahrzeug, sondern um das Verhalten im Bus - um Sachbeschädigung und Bedrohung im Fahrzeug. Das sind Straftaten. Ich rate den Busengeln, den Fahrer zu informieren. Er kann im Bedarfsfall die Polizei informieren.“

Die Busschule wird auf Anfrage kostenlos von Nahbus durchgeführt. Das Projekt Busengel wurde seit 2004 vom Kreis unter Federführung der Verkehrswacht aufgebaut. Unterstützt werden die Projekte von der Polizeiinspektion Nordwestmecklenburg und der Unfallkasse Mecklenburg-Vorpommern. Antje Behrens, Pressereferentin der Unfallkasse: „Das Projekt Busschule wird in den Landkreisen Rostock und Nordwestmecklenburg durchgeführt.“ Grundsätzlich würde man sich freuen, wenn weitere Landkreise sich beteiligen. 

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