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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2017 | 14:32 Uhr

Wismar : Protest gegen Naziaufmarsch

vom

Besucher und Einwohner der Kreisstadt Wismar müssen am Sonnabend mit Straßensperrungen in der Innenstadt rechnen. Der Grund ist ein Aufmarsch von Rechtsextremisten mit 300 angemeldeten Teilnehmern.

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2012 | 06:49 Uhr

Wismar | Besucher und Einwohner der Kreisstadt Wismar müssen am Sonnabend mit Straßensperrungen in der Innenstadt rechnen. Der Grund ist ein Aufmarsch von Rechtsextremisten mit 300 angemeldeten Teilnehmern. Darüber hinaus hat ein Aktionsbündnis zu einer Gegendemonstration unter dem Motto "Wismar nazifrei" aufgerufen. Dem Bündnis gehören u. a. Kirchengemeinden, die Stadt Wismar, der DGB, das Netzwerk für Demokratie, Toleranz und Menschlichkeit sowie demokra tische Parteien an.

Die Polizei wird mit rund 400 Einsatzkräften vor Ort sein. "Wir gehen trotz der nachvollziehbaren Emotionalität davon aus, dass die Versammlungen friedlich in der Hansestadt vonstatten gehen werden. Es wird mit Sicherheit zu Verkehrsbeeinträchtigungen, Straßensperrungen und Umleitungen in der Stadt kommen", sagt der Chef der Polizeiinspektion Wismar, Dr. Michael Peters.

Gewährleistet werden soll der fried liche Veranstaltungsverlauf u. a. dadurch, dass die Demonstrationszüge unterschiedliche Wegstrecken benutzen. "Wir haben versucht, beide räumlich so weit es geht auseinander zu halten, damit es zu keinen Eskalationen kommt", verdeutlicht Margret Rudolph vom Landkreis Nordwestmecklenburg. Der Kreis ist die zuständige Versammlungsbehörde und verfügte inzwischen, dass keine Waffen sowie keine Transparente mit einer Breite von mehr als 1,5 Meter mitgeführt werden. Dadurch solle vermieden werden, dass sie in Gegenstände für etwaige tätliche Auseinandersetzungen verwandelt werden. Der Kreis kündigte zudem an, die Demonstration sofort abzubrechen, sollten verfassungswidrige Transparente gezeigt werden.

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer kündigt an, am Sonnabend so wie zahlreiche Einwohner der Stadt auf die Straße zu gehen und unter dem Motto "Wismar nazifrei" zu protestieren. "Für mich gibt es keinen Grund, für eine solche rechtsextreme Haltung und eine derartige Demonstration, wie sie hier stattfinden soll. Man braucht nur auf die Vergangenheit zu schauen und sich anzusehen, wozu das geführt hat." Auch in der Gegenwart gebe es keine Gründe, eine derartige Haltung zu beziehen. Schlechte Lebenslagen seien auch in Zukunft nicht durch platte Sprüche oder den "starken Mann" zu lösen. Beyer sei davon überzeugt, dass Wismar nicht rechts sei. "Wir wissen, dass es Menschen mit rechter Haltung gibt. Aber die Stadt damit zu identifizieren würde all jenen Unrecht tun, die sich genau dagegen auflehnen." Beyer sei zuversichtlich, dass möglichst viele Menschen aus Wismar und dem Landkreis Nordwestmecklenburg Flagge gegen den Naziaufmarsch zeigen.

Um 10 Uhr beginnt am Sonnabend der Protestmarsch "Wismar nazifrei" vom Parkplatz Kopenhagener Straße aus. Gegen 12 Uhr ist am Parkplatz Weidendamm eine Kundgebung des Aktionsbündnisses geplant.

Unterstützung gibt es vom Präventionsrat des Landkreises Nordwestmecklenburg. Deren Vorsitzende, Birgit Hesse, stellt klar: Der Präventionsrat wolle sich friedlich gegen das stellen, was die jungen Nationaldemokraten anderen Menschen mit ihren platten Parolen vorgaukeln wollten. Ursprünglich war der Naziaufmarsch in Schwerin geplant.

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