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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

24. November 2017 | 06:53 Uhr

Joachim Gauck : Prominenter Patenonkel für Elian

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Bundespräsident Joachim Gauck übernimmt Ehrenpatenschaft für das siebte Kind von Familie Bieletzki aus Demern

svz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 00:00 Uhr

Der Handleser, der Yvonne Bieletzki vor fast 25 Jahren in einem Zug in Ungarn ihre Zukunft vorhersagte, war sich sicher: „Er sagte, ich würde zwei Kinder haben, einen Jungen und ein Mädchen“, erzählt Yvonne Bieletzki und lacht, während Söhnchen Elian vergnügt auf ihrem Schoß vor sich hin brabbelt. Der Kleine, kommende Woche wird Elian ein Jahr alt, ist das siebte Kind von Yvonne und Uwe Bieletzki.

Und als siebtes Kind hat Elian einen ganz besonderen Patenonkel: Der Bundespräsident übernimmt auf Antrag der Eltern die Ehrenpatenschaft für das siebente Kind einer Familie. Klaus Babbe, Bürgermeister der Gemeinde Königsfeld, und Bernd Karnatz, Rehnaer Hauptamtsleiter, übergaben stellvertretend für Bundespräsident Joachim Gauck die Ehrenpatenschaftsurkunde und ein Patengeschenk an die Familie.

Sie sei, sagt Yvonne Bieletzki, jeden Tag glücklich über ihre Familie und die Lebendigkeit in ihrem Haus mitten in Demern. „Als fast alle Kinder in den Ferien waren, waren wir hier mal zu dritt. Das war richtig komisch“, erzählt die 44-Jährige. Denn auch wenn die beiden ältesten – Christoph (23) und Kristin (22) – mittlerweile nicht mehr Zuhause leben, ist der Alltag mit Albert (18), Marianne (17), Carolyn (14), Aaron (10) und Nesthäkchen Elian rasant: Der Tag beginnt für die Eltern um 4.30 Uhr und endet, erzählt Uwe Bieletzki, der als OP-Pfleger arbeitet, eigentlich nie vor Mitternacht. Drei Mal am Tag läuft die Waschmaschine. Macht die Familie einen Ausflug, fahren sie im Kleinbus. Gemeinsame Urlaube waren immer die Ausnahme. Jeder Einkauf ist ein Großeinkauf und „beim Kartoffelschälen muss man ganz schön schnell sein“, verrät Yvonne Bieletzki. Als Mama von sieben Kindern müsse man eine gewisse Gelassenheit entwickeln, sich anders strukturieren, schneller sein. „Aber der Mensch ist psychisch und physisch zu so vielem fähig. Auch im Beruf leisten Menschen so viel. Warum nicht auch als Eltern?“, fragt sie. Eltern sein sei dabei fast wie ein Job, „es ist eine Arbeit, die anspruchsvoll ist, der man gerecht werden muss, bei der man Ideen entwickeln und sich Projekte ausdenken muss.“

Jedes Kind, sagen die Bieletzkis, sei ein Geschenk. „Das sind Persönlichkeiten, denen wir eine hohe Wertschätzung beimessen und die wir, mit ihren Schwächen und Stärken, so gut wie möglich fördern“. Bildung ist den Eltern ausgesprochen wichtig, die Kinder lernen Musikinstrumente, machen Sport im Verein. Und sie kümmern sich umeinander: Albert fährt Aaron zum Fußballtraining, Carolyn passt auf Elian auf. Und Marianne hat im Rahmen eines Praktikums zu Elians Ehrentag eine riesige Marzipantorte gebacken.

Vorurteile gegen Familien mit mehreren Kindern haben die Bieletzkis am eigenen Leib erfahren. Sie reichten, erzählen die Eltern, von wohlgemeinten Tipps über Lästereien bis hin zu der lapidaren Aussage „selbst schuld“. Die Bieletzkis wollen diese Vorurteile nicht akzeptieren: „Man muss manchmal eine gewisse Stärke haben. Und wir haben uns vorgenommen, das negative Bild, das es von Familien mit mehreren Kindern gibt, auf unsere Art ins Positive zu verändern.“

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