Ehemalige Möbelfabrik Rehna : Produktionsstart im "Möbelwerk"

<fettakgl>Sieben Monate Umbauzeit</fettakgl> liegen hinter Hans-Jürgen Romahn und Susanne Riedel-Moldenhauer. Ab August will der Tischler die Werkstatt öffnen. <fotos>volker Bohlmann</fotos>
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Sieben Monate Umbauzeit liegen hinter Hans-Jürgen Romahn und Susanne Riedel-Moldenhauer. Ab August will der Tischler die Werkstatt öffnen. volker Bohlmann

In den Hallen der ehemaligen Möbelfabrik Rehna zieht wieder Leben ein. Der Tischler Hans-Jürgen Romahn sanierte die alte Halle und restauriert ab Mitte August mit Liebe zum Detail historisches Mobiliar.

svz.de von
24. Juli 2012, 11:01 Uhr

Rehna | In den Hallen der ehemaligen Möbelfabrik Rehna zieht wieder Leben ein. Mitte August wollen Hans-Jürgen Romahn (50) und seine Lebensgefährtin Susanne Riedel-Moldenhauer (45) dort ihren Restaurationsbetrieb eröffnen. Mehr als ein Jahrzehnt nach der Abwicklung der Möbelwerke wird sich am Standort Rehna erneut alles um Möbel drehen. In Zukunft allerdings um antiquierte, seltene Stücke, die der gelernte Tischler detailgetreu restaurieren wird.

Seine Leidenschaft für Holz und der Anspruch, alles bis ins Detail zu verwirklichen, ist Romahns Kapital. Eine Fingerfertigkeit, die Kunden aus Berlin, Hamburg, Lübeck bereits heute schätzen. Deren barocke Stücke, Biedermeiermöbel, Schränke und Tische aus den 1920er- und 1930er-Jahren werden auch in Zukunft neuen Glanz erhalten.

Dass er mit seiner Werkstatt der Stadt Lenzen an der Elbe den Rücken kehrt und nach Rehna an die Radegast geht, bedauerten nicht wenige im Prignitzer Land. Dort übernahm der heute 50-Jährige vor Jahren einen Tischlerbetrieb.

"Den Grundstein legte ich als junger Mensch beim Handelsbetrieb Möbel in Schwerin. Zum Betrieb gehörte einst die Ausbildungsstätte PGH Tischler in Lenzen", erzählt der Rehnaer. Weitere Fertigkeiten vermittelte ihm die Pianofabrik Lenzen in der Arbeit mit Schellackpolituren. Altes Handwerk, das im Industriezeitalter immer mehr in Vergessenheit gerät. Romahn will gegen halten und Besonderheiten vermitteln: "Wer kann sich heute vorstellen, dass eine Hochglanzpolitur 26 Arbeitsgänge beinhaltet."

Eine Detailverspieltheit und Lust am Fach, die am Standort Rehna eine Fortsetzung finden soll. Die Hallen der alten Möbelfabrik scheinen für ein derartiges Projekt genau richtig. In diesem Zusammenhang lobt Hans-Jürgen Romahn die Hilfsbereitschaft: "Wir haben lange gesucht und mit Torsten Kraul als Eigentümer des Areals einen wichtigen Partner gefunden." Allerdings hat der Altbau es in sich. Durch den jahrelangen Leerstand war und ist viel zu erneuern. "Nie hätte ich gedacht, dass es so schlimm kommt", meint Romahn und beschreibt den langen Weg. Seit Januar sind er sowie seine Lebensgefährtin mit weiteren Familienmitgliedern beschäftigt, die Produktionshallen der Möbelwerke herzurichten. Neue Fenster, Türen, Mauerwerkstrockenlegungen und ein Stromanschluss waren auszutauschen bzw. zu installieren. Die Mühen haben sich gelohnt. In wenigen Tagen geht die neue E-Anlage ans Netz, werden im August Bandsäge und Hobel anlaufen. Bei derartigen Gedanken strahlen Susanne Riedel-Moldenhauer und Hans-Jürgen Romahn Zufriedenheit aus. Sie freuen sich auf Kundenkontakte, wollen da sein, wenn der ein oder andere ein Brett zu hobeln hat, Parkett schleifen und lackieren möchte oder gar Sonderwünsche wie Bibliotheksbau anstehen. Der Beruf des Tischlers sei vielschichtig. Zur Verstärkung will Romahn noch im Sommer einen Tischler einstellen. Die personelle Verstärkung wird u. a. die Kooperation mit regionalen Antiquitätenhändlern stärken. Weitere Planungen sehen die Eröffnung einer Möbelkaufhalle ab Herbst in direkter Nachbarschaft der Tischlerei inklusive Auffahrt für Kunden vor.

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