nicht flexibel in nordwestmecklenburg : Probleme bei der Kfz-Zulassung

Noch immer ist für die Bewohner des Landkreises Nordwestmecklenburg die Kfz-Zulassung in ihrer Kreisstadt Wismar möglich.
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Noch immer ist für die Bewohner des Landkreises Nordwestmecklenburg die Kfz-Zulassung in ihrer Kreisstadt Wismar nicht möglich.

Viele Nordwestmecklenburger dürfen ihre Fahrzeuge nicht in der Kreisstadt zulassen / Kreistag fordert bürgerfreundliche Lösung

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11. Mai 2017, 05:00 Uhr

Millionenausgaben im Zuge der Kreisgebietsreform und den Bürger außen vor gelassen? Diese Frage stellt sich auch Jahre nach der Fusion von Nordwestmecklenburg und Wismar. Denn noch immer herrschen bürokratische Grenzen, die Bürger bislang nicht überwinden können – zum Beispiel bei der Kfz-Zulassung.

Hierbei müssen Bewohner aus dem Ostteil des Landkreises oder auch der Insel Poel einen Bogen um die Kreisstadt machen und bis nach Grevesmühlen tuckern. Denn nur hier können sie ihr Auto, ihren Trecker oder ihr Motorrad zulassen. Der kurze Weg nach Wismar ist für sie tabu. Dabei gibt es auch dort eine Zulassungsstelle, die allerdings von der Hansestadt für die Einwohner Wismars betrieben wird.

Diesen Zustand wollen Kreistagsmitglieder nicht länger hinnehmen. So drängen zum Beispiel Mitglieder der Fraktionen von SPD und Ländlicher Raum/Umwelt und Landwirtschaft (LUL) auf eine Lösung im Sinne der Bürger. Dabei müsse auch der Grundsatz zum Tragen kommen, dass es inzwischen nur noch einen Landkreis gebe, wie SPD-Fraktionschef Wolfgang Glaner betonte.

Wie es funktionieren kann, macht der Kreis Ludwigslust-Parchim vor. „Dort gibt es die Möglichkeit der Kfz-Zulassung an gleich sieben Standorten in dezentralen Bürgerbüros sowie eine Verwaltungskooperation zwischen dem Landkreis Ludwigslust-Parchim und Schwerin“, verdeutlicht Nordwestmecklenburgs LUL-Fraktionschef Dietmar Hocke.

Diesen Service wissen die Einwohner im Nachbarkeis auch zu schätzen. „Viele Bürger machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Technisch ist das alles machbar und das Ganze kommt bei den Bürgern auch gut an“, sagt der dortige Kreis-Pressesprecher Andreas Bonin.

Die Kreisverwaltung Nordwestmecklenburgs soll nun nach Möglichkeiten suchen und aufzeigen, wie das Problem gelöst werden kann. Nach Angaben des amtierenden Landrates Mathias Diederich soll dem Kreistag noch in diesem Jahr dargelegt werden, welche Alternativen es künftig gibt. Diederich betonte aber auch: Das Problem mit der Zulassungsstelle habe sich der Landkreis im Zuge der Kreisgebietsreform nicht „selbst eingeschenkt“.

Die Hansestadt selbst stehe dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber und habe sich schon in der Vergangenheit bemüht, hier ins Gespräch zu kommen. „Nun müssen auf Arbeitsebene gemeinsam die technischen, personellen und räumlichen Voraussetzungen geklärt werden. Wir gehen davon aus, dass es hier eine gute Lösung geben kann“, so Wismars Pressesprecher Marko Trunk.

Schon 2010 soll es erste Gespräche zu dieser Problematik gegeben haben. Aus Kostengründen wurde das Vorhaben später wieder verworfen. 

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