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Leistungsmelken in Köchelstorf : Premierensieg für Martin Poley aus Dassow

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der 18-Jährige und die Paetrowerin Andrea Lehmann sind für den Landesausscheid qualifiziert

von
erstellt am 29.Apr.2016 | 04:45 Uhr

Martin Poley aus Dassow ist der beste Melker Nordwestmecklenburgs. Der 18-Jährige setzte sich in Köchelstorf gegen 24 weitere Konkurrenten durch und konnte gestern Abend die Siegertrophäe entgegennehmen. Er sicherte sich zudem den Sieg in der Altersklasse 16-25 Jahre. Neben Poley qualifizierte sich auch die Paetrowerin Andrea Lehmann für das Landesfinale. Sie gewann in der Altersklasse Ü25 und wurde Zweite im Gesamtklassement.

Die Teilnehmer des Kreisleistungsmelkens hatten einen Theorie- und einen Praxistest zu absolvieren. Letzteren in einem der modernsten Melkhäuser in MV, der zur Köchelstorfer Agrargenossenschaft gehört. Von 2012 bis Ende 2015 hatte das Unternehmen bei laufendem Betrieb alte Stallanlagen in eine klimatisierte Wohlfühloase für Milchkühe verwandelt. Hier gibt es jetzt Jalousien, Deckenventilatoren und eine automatisierte Wasservernebelungsanlage, damit sich Milchkühe wohlfühlen können.

Bei all dem technischen Fortschritt ist aber weiterhin das Fachwissen des Menschen gefragt. Denn was nützen hochtechnologisierte Anlagen, wenn Melker ihr Handwerk nicht verstehen und zum Beispiel Qualitätseinbußen der Milch nicht sofort erkennen?

Worauf es beim Melken ankommt, weiß zum Beispiel Günter Rickert. Der Stöllnitzer war gestern einer von acht ehrenamtlichen Prüfern. Er ist zugleich der Vorsitzende des Milchkontrollvereins Nordwestmecklenburg und lernte schon im Alter von zwölf Jahren das Melken der heimischen Kuh namens Wilma. „So hießen alle unsere Kühe“, erinnert sich der 59-Jährige und schmunzelt. Damals wie heute heißt es für Melker früh aufstehen. „Zwischen vier und fünf müssen sie in den meisten Fällen am Start sein. Hinzu kommt, dass sie auch am Wochenende und feiertags arbeiten müssen“, so Rickert.

Die Perspektiven für Melker sind allerdings positiv. Gute Melker würden immer gesucht und das überall in Europa. Auch trotz der derzeitigen Milchpreis-Talfahrt, deren Ende nach Ansicht von Petra Böttcher vom Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg noch nicht beendet ist. „Gute Melker und qualifizierte Betriebswirte werden dennoch weiterhin gesucht“, so Böttcher. Das Kreisleistungsmelken in Köchelstorf ließ sich auch Landrätin Kerstin Weiss nicht entgehen. Sie hatte den 25 Teilnehmern viel Erfolg für den Wettbewerb gewünscht und stellte klar: Sie selbst sei nicht die Fachfrau fürs Melken und hätte wohl nur den letzten Platz belegt.

 

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