Rehna feiert : Premiere für neuen Martensmann

Schwerins Petermännchen und der Martensmann  gratulierten den Laternenbauern. Fotos: lösche
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Schwerins Petermännchen und der Martensmann gratulierten den Laternenbauern. Fotos: lösche

Volksfest an der Klosteranlage: Stefan Pagel als Bote in Rehna herzlich begrüßt

Man hätte wohl keinen besseren finden können als Stefan Pagel. Der 56-Jährige genießt seine neue Rolle als Lübecker Martensmann sichtlich. Im Frühjahr machte er das Rennen beim Casting für die Nachfolge von Horst Possehl als Martensmann. „Ich werde das Spektakel vermissen“, sagt Possehl wehmütig, „es war eine tolle Zeit.“ Zunächst als Nachtwächter, dann zehn Jahre als Martensmann verteilte er Marzipan und Wein. Jetzt hat Pagel das Zepter übernommen und traf mit dem Vierspänner vor dem Deutschen Haus in Rehna ein. Sein erstes Bad in der Menge glückt, während Kinder noch die letzten Bonbons und Marzipan zwischen den vielen Füßen von der Straße klauben. „Fantastisch, einfach fantastisch“, ruft Pagel über die Köpfe der sich dicht um ihn drängenden Rehnaer hinweg. Von irgendwoher wird ihm ein Weinglas in die Hand gedrückt, als sich Schmied Uwe Wroblewski um die Kutsche kümmert.

Der neue Martensmann durfte sich erst einmal einiger Prüfungen unterziehen. Vier Kriterien musste er erfüllen: Platt snacken, Geschichtsinteresse haben, Kontaktfreude mitbringen und frei von Lampenfieber sein. „Passt alles“, meint Pagel. Nur das Kostüm nicht, das musste dem größeren Martensmann erst neu auf den Leib geschneidert werden.

Begleitet wird er in Rehna von der Lübecker Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer und Bürgermeister Jochen Oldenburg. Rehnas Bürgermeister freut sich über den gelungenen Empfang. Nicht zuletzt haben zahlreiche Unterstützer mitgewirkt. Als auch der Landkreis, der sich finanziell beteiligt habe. Vor Ort mit dabei ist Walter Rißler, der Bürgermeister aus der Partnergemeinde Holm, der zusammen mit einer 18-köpfigen Delegation angereist ist.

Während draußen der Plattdeutsche Verein mit Tänzen die Gäste unterhält und die „Marchin Saints“ mit Blechbläser-Klängen aus den 30er Jahren über den Jahrmarkt ziehen, warten im Kreuzgang des Klosters Rotspon und deftiger Steckrüben-Eintopf auf Stefan Pagel und Frau Kerstin: „Ich bin völlig begeistert, so einen offenen Empfang habe ich nicht erwartet“, sagt sie.

Als hätte er nie etwas anderes gemacht, fällt er bei der Prämierung der Kinderlaternen ein salomonisches Urteil: Sie sind alle schön. Als später Monika Blut aus Thüringen für ihre 430 Kilometer Anfahrt mit einem Präsentkorb aus den Händen von Bürgermeister Oldenburg belohnt wird, ist Pagel erschöpft auf dem Weg ins Nachtquartier: „Ich freue mich auf die nächsten 40 Jahre!“


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