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Gadebuscher Tüftler bei Museumsrallye in Wismar am Start : Premiere für Jägers 250-PS-Trabi

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Es brummte, dröhnte und knatterte, als sich der gemischte Fahrzeugpulk an der Wismarer Lübschen Burg bei den beginnenden Einzelstarts langsam auflöste. Wieder waren Freunde motorgetriebener Oldtimer in ihrem Element.

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erstellt am 23.Jul.2013 | 11:35 Uhr

Wismar/Gadebusch | Es brummte, dröhnte und knatterte, als sich der gemischte Fahrzeugpulk an der Wismarer Lübschen Burg bei den beginnenden Einzelstarts langsam auflöste. Wieder waren Freunde motorgetriebener Oldtimer in ihrem Element. Etwa 60 Fahrzeuge starteten am vergangenen Wochenende, vom Zweirad bis Pkw, auf eine knapp 50 Kilometer lange Museumsrallye durch den Landkreis. Start und Ziel befand sich am Ort der Veranstalters, dem Phantechnikum als Standort des Technischen Landesmuseums (TLM).

Am lautesten dröhnte ein Trabi-Kombi, obwohl er sich noch auf einem Hänger befand. "Da muss er leider auch bleiben", so die Info von seinem geistigen Vater, Rolf Jäger. Der 71-jährige Kfz-Meister und Ingenieur für Landtechnik im Ruhestand aus Gadebusch hat sich im vergangenen Winter mit seinen beiden Söhnen Torsten und Freddi etwas ganz Besonderes einfallen lassen. So füllen den Trabi- Kombi, der nur noch über die beiden vorderen Sitze verfügt, drei aufgemotzte Wartburg-Motoren aus. Doch diese verleihen der einstigen "Rennpappe" jetzt zusammen stolze 250 PS. Die Idee dafür basiert auf dem jährlich größten Zweitakter-Treffen in Anklam. "Mit dem Trabi schlechthin kommen dort alle hin", so die Erkenntnis der Jägers. Und da Sohn Torsten Wartburg-Fan und Bastler ist, hatte er besagte Motoren vorrätig. "Rucki-zucki haben wir da mal gemeinsam etwas zusammengebbaut", so Senior Jäger. Jetzt bot sich die Veranstaltung in Wismar regelrecht als öffentliche Premiere an, um dieses fahrbereite, aber nicht zugelassene Kraftpaket einer großen Schrauber- und Tüftlergilde vorzustellen. Zumindest überzeugte eine beachtliche Lautstärke vom Bastlererfolg. "Laut auch deshalb", ergänzt Rolf Jäger, "weil die Motoren nicht auf Gummi gelagert sind." Und wo sonst beim Trabi der Motor sitzt, befinden sich nur noch Tank, sowie Kühlwasser und Batterie.

In der hauseigenen Werkstatt wurde noch ein Gefährt mit mehr als 200 PS aufgebaut - ein Renntraktor. Wer ihn mit anderen solchen Gefährten in Aktion erleben möchte, sollte sich den 10. September in Schlagresdorf vormerken. "Das wird ganz sicher eine Traumveranstaltung", heißt es jetzt bereits aus dem Hause Jäger.

Inzwischen waren alle Rallyeteilnehmer davongefahren. Insgesamt acht Prüfungen hatten die Fahrer mit ihren Krädern und Pkw zu bewältigen. Zu den ältesten Mobilen gehörte ein englischer "Morris eight" von 1936 aus Wismar und ein D-Rad R0/4 aus dem Jahre 1924 mit Heimatort Brüel. Pokale und Urkunden verteilte TLM-Technikchef und Organisator der Veranstaltung, Norman Poschwatta an insgesamt sechs Teilnehmer.

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