Hafenfest in Wismar : Premiere für die „Aktenschlepper“

Trainer und Regattaleiter Jan Krause erklärt die richtige Handhabung des Paddels.
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Trainer und Regattaleiter Jan Krause erklärt die richtige Handhabung des Paddels.

Mehr als 250 Aktive gehen beim Drachenbootrennen im Wismarer Hafen an den Start / Team der Stadtverwaltung absoluter Neuling

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10. Juni 2016, 04:45 Uhr

Die Drachenbootregatta während des Wismarer Hafenfestes hat sich über die Jahre zu einer festen Größe entwickelt. Doch einfach ins Boot steigen und dann möglichst noch einen der ersten Plätze im Finale belegen, funktioniert eher selten. Deshalb wurde in den vergangenem Wochen und Monaten fleißig trainiert. Als erste Mannschaft stieg die von Ilim Timber ins Boot. „Das war einen Tag nach Ostern und es war zu diesem Zeitpunkt noch ungemütlich kühl“, erinnert sich Trainer Jan Krause. Der Wassersportprofi und Betreiber von „Mare Event“ ist Organisator und Regattaleiter des diesjährigen maritim-sportlichen Höhepunktes des Hafenfestes.

Immerhin gehen am morgigen Sonnabend ab 11.45 Uhr an der Westseite des Alten Hafens insgesamt zwölf Mannschaften an den Start. Und dies bei mehr als 250 aktiven Teilnehmern. Wer dann gegen 18 Uhr auf dem Siegertreppchen der Baumhausbühne stehen wird, bleibt ein spannendes Geheimnis. Sicher ist nur, dass es Favoriten unter den Teams gibt, die bereits über ausreichend Wettkampf-Erfahrung verfügen.

Nicht so die beiden Mannschaften der Wismarer Stadtverwaltung und von Pick Bau Steffin, die diesjährigen Regattaneulinge. Warum sich die Gruppierung der Hanseaten ausgerechnet die „Aktenschlepper“ nennen, ist wohl eher dem Spaß geschuldet. „Das sollte nicht so ernst genommen werden“, relativiert Verwaltungsmitarbeiterin Petra Steffan mit einem verschmitzten Lächeln. Denn an Kampfgeist mangelt es der Truppe keinesfalls, um auch als Neulinge die Regattastimmung mit aufzumischen. So kommt auch hier eine angemessene Frauenquote nicht zu kurz. Ranghöchster Vertreter der 20-köpfigen Paddler plus Trommler und Steuerer ist übrigens Senator Michael Berkhahn. Die spontanste Begründung, warum Teilnahme erst jetzt, obwohl sich bereits im Jahre 2000 die ersten Drachenboote durch Wismars Hafen schaufelten, lieferte übrigens Niels Jörn: „Im Stadtarchiv trafen wir auf Hinweise, dass Wismar einst von Drachen heimgesucht wurde und die gilt es jetzt im Wettstreit zu bekämpfen.“ Ob nun belegbar oder nicht, Seemannsgarn passt auch zum kleinsten Boot und erheitert zudem die Stimmung.

Szenenwechsel auf dem Wendorfer Gelände des Mecklenburger Segelvereins: Gerade zurück ist das bereits seit dem Vorjahr aktive Team der Hansedrehverbindungen. Fast bei fliegendem Wechsel übernehmen „De Burmeester“ von Pick Bau. Das Einsteigen der Reihe nach in das schlanke und 12,5 Meter lange Boot erfolgt nach der inzwischen dritten Trainingseinheit schon richtig versiert. Wenig später ziehen die Akteure ihre Paddel schon gleichmäßig durch das Wasser mit Kurs auf die Regattastrecke. „Dabei sein ist für uns das Wichtigste, aber natürlich werden wir im sportlichen-fairen Wettstreit kämpfen und schau’n, was wir daraus machen können“, erklärte vorab noch schnell Hans Riedel, der die Truppe organisatorisch zusammenhält. Auch in diesem Fall kommt Spaß, gepaart mit gemeinschaftlichem Handeln als teamförderndes Element nicht zu kurz. „Wenn es mit uns im Boot genauso gut, läuft wie im Alltagsjob im Unternehmen, dann können wir uns schon jetzt erfolgreich im guten Mittelfeld sehen“, so der 27-jährige Werkstudent und Sohn des Juniorchefs. Niemand der Neulinge will übrigens verhehlen, dass nach der ersten Trainingseinheit etwas Muskelkater angesagt war.

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