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Gleich zwei Kreuzliner : Premiere: Doppelanlauf in Wismar

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Erstmals steuern zwei Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt 1700 Passagieren an Bord am selben Tag den Hafen der Welterbestadt an

svz.de von
erstellt am 17.Aug.2017 | 20:00 Uhr

Erleichterung bei Kapitän Victor Stoica. Am frühen Morgen hat der 52-Jährige mit der 218 Meter langen und 28 Meter breiten MS „Balmoral“ die Passage durch die enge Fahrrinne der Wismarbucht in den Wismarer Hafen gemeistert und am Liegeplatz 13 im Seehafen festgemacht. „Die Einfahrt in den Hafen ist wirklich nicht einfach, sehr schmal, sehr knifflig. Aber großartig, wir liegen mit unserem Schiff nun mitten in der Stadt“, freute sich der erste Mann auf dem Schiff heute Morgen.

Und überhaupt war dies ein besonderer Morgen für die Kreuzfahrtdestination Wismar. „Zum ersten Mal haben wir zwei Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig in der Stadt“, erklärt Bürgermeister Thomas Beyer dem Kapitän. Und das ist nun wirklich nicht zu übersehen. Denn direkt vor dem größten Kreuzfahrer der Fred. Olsen Cruise Lines liegt die MS „Saga Pearl II“. Das sind dann noch einmal 164 Meter schwimmender Luxus in der Länge und knapp 23 Meter in der Breite. Insgesamt bringen beide Schiffe zusammen gut 1700 Passagiere auf einmal in die Welterbestadt. Überwiegend Briten, dazu ein paar Amerikaner, Kanadier und Osteuropäer.

 

Traditionell erkunden eher wenige der Schiffsreisenden die Wismarer Altstadt. Touren nach Berlin, Schwerin, Hamburg oder Rostock stehen oft auf dem Programm und werden gut gebucht. Doch diesmal ist das anders. Zwei Drittel der Gäste bleiben in der Stadt, nur ein Drittel amüsiert sich auswärts. Eine Quote, über die sich das Stadtoberhaupt freut, vor allem aber Einzelhändler und Gastronomen auf zusätzliche Einnahmen hoffen lässt.

Doch viele der Passagiere lassen den Tag erst einmal ruhig angehen. Während die einen ihren Tag an einem der beiden Swimming-Pools beginnen, plündern andere noch das Frühstücksbuffet. Die Busse mit den Ausflüglern nach Berlin und Schwerin sind da schon längst unterwegs. Und das Service-Personal beginnt bereits mit dem Eindecken der Tische in dem Hauptrestaurant mit Platz für 400 hungrige Kreuzfahrer.

535 Besatzungsmitglieder kümmern sich an Bord des schwimmenden Hotels um das Wohl der 1100 überwiegend älteren Passagiere. Ein Besatzungsmitglied kommt also auf zwei Passagiere – es gibt schlechtere Verhältnisse. 85 Prozent der Crew-Mitglieder kommen übrigens aus den Philippinen, der überwiegende Rest aus Thailand. Der Hotel-Manager hingegen stammt aus Österreich und der erfahrene Kapitän aus Rumänien.

Und der macht sich schon kurz nach der offiziellen „Plaque and Key Ceremony“, während der Vertretern der Stadt das Schiff vorgestellt wird, wieder rar. Das Auslaufen aus dem Hafenbecken inklusive Drehen des Schiffs mit dem Bug in Richtung Wismarbucht will präzise geplant sein. Eigens für dieses Manöver wurde bereits am Morgen für das abendliche Auslaufen ein Schlepper angefordert. Bei den zu erwartenden Winden wäre dies für die „Balmoral“ allein ein zu riskantes Manöver. Ist das geschafft, geht es über den Nord-Ostsee-Kanal, Hamburg und Bremen zurück nach Newcastle. Passagierwechsel und auf zur nächsten Tour. 

 

 

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