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Kartoffelernte in Köchelstorf : Praktikant und Chef als Erntehelfer

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Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Agrargenossenschaft Köchelstorf produziert Kartoffeln für Menschen der Region. Diesmal minderten Wildschweine den Ertrag

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Es ist gelebte Tradition bei der Agrargenossenschaft e.G. Köchelstorf, dass für die Bevölkerung im Umland Kartoffeln angebaut und anschließend verkauft werden. „Drei Hektar sind es dieses Jahr, Sorte Laura“, schreit Reinhard Drews herüber. Der Geschäftsführer steht selbst am Rüttelband der Kartoffelerntemaschine. Das Wetter ist noch gut, der Boden trocken, da muss so viel wie möglich eingebracht werden. „Wir sind quasi das letzte Aufgebot“, lacht er und zeigt in die Runde: Claas Stuth aus Wedendorf ist Schüler der 10. Klasse. Er macht gerade sein Schulpraktikum in dem Landwirtschaftsbetrieb. Mit Kopfhörern schützt er sich vor dem Lärm. „Ich bin das erste Mal auf so einer Kombine“, sagt er.

Johanna Mozar, Auszubildende im 1. Lehrjahr in der Tierproduktion, und Felix Thilmann, Auszubildender im 1. Lehrjahr als Landwirt, sind ebenfalls an Bord. Sekretärin Bettina Anclais komplettiert das Team, welches die rotschaligen Kartoffeln vom Band klaubt. „Ich mach das auch das erste mal auf der Maschine“ sagt die Büromitarbeiterin.

Für die Technik sind Aushilfs-Maschinist Jens Melotzke und Kombine-Fahrer René Baranczyk zuständig. Die beiden Rentner Horst Möller und Heiko Schmidt fahren die geernteten Kartoffeln mit den Traktorgespannen ab. „Wir machen das nur für die Menschen hier nebenbei, Geld verdienen kann man damit nicht“, erklärt Drews. Aber die warten schon darauf, hätten schon angefragt, wann der Verkauf stattfindet, verrät der Geschätsführer.

Zum Leidwesen aller wird die Ernte der Kartoffeln in diesem Jahr geringer ausfallen als erwartet: Wildschweine haben sich einen gehörigen Anteil der Feldfrüchte vom Acker am Ortsrand von Benzin bereits geholt. Bei deren Wühlarbeit wurden zusätzlich unzählige Knollen an die Oberfläche befördert. Durch den Kontakt mit Luft und Licht sind diese nun grün geworden. „Wir haben den Schaden bereits bei der Wildschadenkasse angezeigt“, sagt Reinhard Drews. Diese habe bereits den Schaden anerkannt und wird einen gewissen Ausgleich zahlen. Für den Verkauf bedeutet das Folgendes: „Wir werden die Kartoffeln vor diesem Hintergrund billiger verkaufen als sonst“, kündigt der Genossenschafts-Chef eine Preissenkung an.

Verkauft werden die Kartoffeln definitiv am Sonnabend, den 28. Oktober, in der Zeit zwischen 8 und 12 Uhr in der langen Halle in Othenstorf. „Wir hoffen, dass wir bis dahin alle Früchte aus dem Boden haben“, teilt Drews mit – gestern musste die Maschine wegen eines Defekts eine Zwangspause einlegen. Ein Schweißer setzte sich daran, das zu reparieren.

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