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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

15. Dezember 2017 | 07:38 Uhr

Inspektion : Polizeiboot auf dem Trockenen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Schiffskörper und Antriebstechnik überprüft

„Schifffahrtspolizei“ steht gut sichtbar an den beiden Seiten des Kontrollbootes „Ralle“. Dieses hat gerade den Kirchdorfer Hafen passiert. Doch zu kontrollieren gibt es diesmal nichts von Schiffsführer Wolfgang Henk und seinen zweiten Mann an Bord, Thomas Böhmer. Sie warten mit ihrem Behördenfahrzeug des Wismarer Außenbezirks vom Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck (WSA) selbst darauf, dass ihr wendiges Boot einer umfangreichen Kontrolle unterzogen wird.

Noch allerdings hat Bootsbaumeister Ralf Asmus kein Okay für das Ausslippen des knapp zehn Meter langen und mehr als drei Meter breiten Bootes gegeben. Denn das muss zur Inspektion mal eben an Land gehievt werden. Inzwischen ist der Slipwagen soweit hergerichtet, dass er die „Ralle“ an Land ziehen kann. Auch die Stützen, genannt Rungen, sind jetzt auf die Schiffsbreite ausgerichtet. Langsam gleitet der Slipwagen auf der schiefen Schienenebene hinab ins Hafenwasser, bis die Solltiefe zur Aufnahme des Wasserfahrzeuges erreicht ist.

Jetzt heißt es für die Zweiercrew exakt navigieren, um das Schiff auf die unter Wasser befindlichen Lagerböcke des auf Schienen gleitenden Wagens aufzusetzen. Wichtig ist zudem eine sichere Leinenverbindung zu den Rungen. Deshalb korrigiert Bootsbaumeister Ralf Asmus von Land aus die Leinenaktion mit. Dann ist auch er zufrieden und steuert mit der Seilwinde den Zug der Huckepackladung in kürzester Zeit an Land. Schnell zeigt sich das vor Wasser triefende Boot in seiner vollen Größe. Alles hat sehr zügig und unproblematisch, in eingespielter Teamarbeit geklappt. Doch Asmus wehrt ab. „Ein ganz normaler Vorgang und nicht sonderlich kompliziert.“ Schließlich können so Seefahrzeuge bis maximal 14 Meter Länge und einem Tiefgang von 1,80 Meter für Reparaturarbeiten am Unterwasserschiff oder am Schiffsantrieb auf dem Trockenen erfolgen.

„Das sieht alles noch ganz gut aus“, so der erste Befund durch Wolfgang Henk und weiteren Leuten von Fach. Das Unterwasserschiff ist so gut wie nicht von Bewuchs befallen und auch der Propeller scheint in Ordnung zu sein. Doch dies ist nur ein Teil des Generalchecks des gesamten Fahrzeuges. Und der wiederholt sich als fachliche Begutachtung von Schiffskörper und Antriebstechnik alle zwei Jahre. Nach erfolgter Wartung und gegebenenfalls erfolgten technischen Nachbesserungen dürfte anhand einer erfolgreichen Inspektion, einem maritimen TÜV gleich, der Verlängerung der Zertifikate durch die Berufsgenossenschaft (BG) Verkehr nichts mehr im Wege stehen.

Überprüft wird neben der gesamten Antriebstechnik auch die Funk- und Navigationselektronik. Das dafür zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) inspiziert sogar jährlich.

Handwerklich vor Ort fungieren in diesem Fall gleich zwei ansässige Firmen. Denn neben der Bootswerft liegt der technischen Part in der Kompetenz des Drei-Generationen- Familienunternehmens, Maschinenbau und Yachtservice Müller. „Es ist also eine Dienstleistung der gemeinsamen kurzen Wege, die zugleich Kosten und Zeit spart“, so Seniorchef Günter Müller.


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