Gadebusch : Polizei sucht weiter Brandstifter

Am 20. Juni 2017 brannte es in der Rosa-Luxemburg-Straße. Die Feuerwehr musste Bewohner mit der Drehleiter retten.
Am 20. Juni 2017 brannte es in der Rosa-Luxemburg-Straße. Die Feuerwehr musste Bewohner mit der Drehleiter retten.

Brandserie hielt Gadebuscher über Monate in Atem. Für Feuerwehr war Nachbereitung aufwändig

svz.de von
07. März 2018, 05:00 Uhr

Viele Verletzte, acht zerstörte Wohnungen, die Feuerwehr im Dauereinsatz. Das ist die Bilanz einer Serie von Bränden, die im vergangenen Jahr die Münzstadt in Atem gehalten hat. Schnell war klar, dass Brandstifter ihr Unwesen treiben. „Die Ermittlungen laufen noch“, sagte eine Polizeisprecherin auf SVZ-Nachfrage. „Grundsätzlich gestaltet sich das bei solchen Sachverhalten schwierig.“

Für die Feuerwehr waren die vielen Einsätze in so kurzer Zeit eine Belastung. „So eine Brandserie habe ich noch nie erlebt“, sagt Sebastian Otto, Wehrführer in Gadebusch. Auch viele ältere Kameraden könnten sich an Vergleichbares nicht erinnern.

„Beim Stichwort Kellerbrand rücken wir fast komplett aus“, sagt Otto. Zu der personellen Belastung kommt die finanzielle. So kostet der Einsatz der Drehleiter laut Gebührensatzung der Stadt Gadebusch pro Stunde 26,28 Euro, das Tanklöschfahrzeug 16/25 immerhin 15,18 Euro. „In diese Rechnung fließen viele Faktoren ein“, sagt Otto. Die Zahl der Einsatzkräfte, die Zeit die sie beim Einsatz verbringen. Die Gebührensatzung regelt auch, dass die Kosten für solche Einsätze von den Verursachern bezahlt werden müssen.

Damit ist es nicht getan. „Im Nachhinein ist die Arbeit für uns nicht vorbei.“ Einsatzkleidung müssen gereinigt werden, Fahrzeuge gewaschen und für den nächsten Einsatz bestückt werden. Die Ausrüstung der Atemschutzgeräteträger muss überprüft und die Sauerstoffflaschen wieder aufgefüllt werden. Dafür muss jemand extra nach Warin fahren. Das kostet nicht nur Zeit sondern auch Geld. „Das sehen viele gar nicht“, sagt Otto.

Am 13. August brannte eine hölzerne Wäschemangel, ein paar Tage zuvor brannte ein Keller. Im Juni forderte ein Kellerbrand gleich sieben Verletzte. Die Feuerwehr musste Familien mit Kleinkindern mit der Drehleiter retten. In diesem Fall hatten Unbekannte Täter Sperrmüll angezündet.

Bereits Ende März hatte es in einem Keller der Heinrich-Heine-Straße 32 gebrannt. Kinderwagen und Fahrräder wurden in Mitleidenschaft gezogen. Eine 27-jährige Mieterin hatte eine Rauchgasvergiftung erlitten, musste in ein Krankenhaus gebracht und dort medizinisch behandelt werden. Brandursache diesmal wohl ein angezündeter Kinderwagen.

Allein die Wohnungsgesellschaft WGR zahlte für die Sanierung der Wohnungen 250.000 Euro.

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