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Brandstiftung bei Mallentin : Polizei nimmt Feuerwehrmann fest

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ein 18-jähriger Feuerwehrmann soll 50 Strohbunde angezündet haben. Ermittlungen zur Rosenhagen Brandserie dauern an

von
erstellt am 05.Sep.2014 | 21:00 Uhr

Schlimmer Verdacht: Ein 18-jähriger Feuerwehrmann soll nach SVZ-Informationen einen Brand bei Mallentin gelegt haben. Dabei wurden in der Nacht zum Freitag 50 Strohbunde vernichtet. Der Schaden wird auf etwa 2500 Euro geschätzt. Der junge Mann wurde noch in der Nacht zum Freitag vorläufig festgenommen. Er war zuvor von einem Zeugen am Tatort gesehen worden.

Gestern Vormittag kam der 18-Jährige wieder auf freien Fuß. Gegenüber den Ermittlern soll er sich nicht zu den Vorwürfen geäußert haben. „Die weiteren Ermittlungen werden zeigen, ob sich der Verdacht gegen den Mann erhärtet. Er ist weiterhin Tatverdächtiger“, erklärte André Falke von der Polizeiinspektion Wismar.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass ein Brandschützer der Brandstifter ist, fürchten Feuerwehrleute aus Nordwestmecklenburg einen schweren Imageschaden. „Wir sind dafür da, Feuer zu bekämpfen und nicht zu legen“, erklärte ein hochrangiger Brandschützer.

Bereits Anfang der Woche war bei Mallentin eine Strohmiete in Flammen aufgegangen. Rund 400 Strohbunde wurden durch das Feuer vernichtet. Der Schaden belief sich auf rund 10 000 Euro (SVZ berichtete). Die Polizei ging bereits damals von Brandstiftung aus. „Ob es einen Zusammenhang der Taten gibt, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen“, so Polizeisprecher André Falke.

Wenige Wochen zuvor hatte es im nahe gelegenen Hof Mummendorf ein Großfeuer gegeben. In Flammen stand dort eine Halle, in der Stroh gelagert wurde. Im weiteren Verlauf griff das Feuer auf zwei weitere Strohmieten über. Der Schaden wurde auf etwa 100 000 Euro geschätzt. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Auch wenn für den 18-jährigen Mann die Unschuldsvermutung gilt, Fälle, in denen Feuerwehrleute als Brandstifter überführt wurden, gibt es zu genüge. Der Mannheimer Brandsachverständige Frank Dieter Stolt ist der deutsche Experte beim Thema Brandstiftung durch Feuerwehrleute. In seinem Buch „Brandstiftung durch Feuerwehrangehörige“ entwirft Stolt ein Profil des typischen Brandstifters in der Feuerwehr: Zwischen 18 und 30 Jahre alt, eher unterdurchschnittlich intelligent, sozial eher ungefestigte Lebenssituation und überdurchschnittlich motiviert bei der Arbeit in der Feuerwehr. „Bei diesen Merkmalen sollte die Wehrführung ein Auge auf den Kameraden werfen“, so Stolt. Er ist gegen Misstrauen, aber für Wachsamkeit.

Die Strohmietenbrände von Mallentin sind nicht die einzigen Fälle, in denen die Polizei ermittelt. Auch eine Brandserie auf einem Rosenhagener Recyclinghof beschäftigt die Ermittler nach wie vor. Sie gehen auch hier von Brandstiftung aus. Einen Tatverdächtigen gebe es bislang allerdings nicht.         

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