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Verkehrssicherheit : Polizei ertappt mehr Drogenfahrer

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Beamte werden gezielt um Anzeichen von Missbrauch zu erkennen. Zahl der festgestellten Alkoholfahrten konstant

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2015 | 21:45 Uhr

Es ist morgens um 9 Uhr und die Polizei ist schon erfolgreich. Am Mittwochmorgen haben Beamte in Wismar einen 19-Jährigen aus dem Verkehr gezogen. Amphetamine und Metaamphetamine hatte der junge Mann konsumiert und sich dennoch ans Steuer seines Autos gesetzt. Bei der Kontrolle stellte die Streifenwagenbesatzung Ausfallerscheinungen fest und die Blutentnahme bestätigte schließlich den Verdacht. Für die Polizisten tägliches Geschäft, für die Autofahrer tägliches Risiko.

„Die Autofahrer gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer“, sagt der Sprecher der Polizeiinspektion in Wismar, André Falke. „Sie sind eine Gefahr für alle.“
Alkohol und Drogen im Straßenverkehr sind für die Polizei ein echtes Problem. 261 Trunkenheitsfahrten hat die Polizei im vergangenen im Nordwestkreis Jahr beendet. Doch die Zahl der unentdeckten Fahrten dürfte deutlich höher sein. In einem Land, in dem viel Alkohol getrunken wird, wird offenbar auch viel betrunken Auto gefahren.

Wenn die Polizisten einen betrunkenen Fahrer aus dem Verkehr ziehen, wird’s richtig teuer. Je nachdem wie viel Alkohol im Blut gefunden wurde, staffeln sich Bußgelder oder Strafgelder. Zwischen 0,5 Promille bis 1,09 Promille werden 500 Euro Bußgeld fällig. Zudem wird ein Monat Fahrverbot verhängt und zwei Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg vermerkt. Wer nochmal mit Alkohol am Steuer ertappt wird, muss schon 1000 Euro zahlen und drei Monate zu Fuß gehen. „Ab 1,1 Promille ist die absolute Fahruntüchtigkeit erreicht“, erklärt André Falke. Dann muss sich der Autofahrer wegen einer Straftat verantworten.

Aber auch berauschte Fahrer bereiten den Beamten Sorgen. 100 Fälle haben sie im vergangenen Jahr im Nordwestkreis registriert. Ein steiler Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. „Unsere Mitarbeiter wurden verstärkt geschult“, sagt Falke. Denn zu erkennen, ob ein Fahrer unter Drogeneinfluss steht, sei schwierig. Je nach Drogen sind die Ausfallerscheinungen unterschiedlich. Das reicht von euphorisch bis depressiv. „Man muss eine Reihe von Tests mit dem Verkehrsteilnehmer durchführen“, sagt Falke. In jedem Fall kommt auf den Fahrer eine Strafanzeige zu, denn der Konsum von Drogen ist in Deutschland verboten. Dabei entscheiden oft nur Kleinigkeiten darüber, ob Polizisten Drogen- oder Alkoholsünder erkennen. Der nicht angelegte Sicherheitsgurt, die nicht freigekratzte Autoscheiben im Winter. Auf so etwas achten die Beamten. „Manche Kollegen haben eine Nase dafür“, sagt Falke. Sein Rat: Sollten Autofahrer den Verdacht haben, dass jemand betrunken oder berauscht unterwegs ist, die Polizei informieren. Auch über den Notruf 110.


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